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Abfalltechnik

3. überarbeitete Auflage

Edited By Christoph Leitzinger, Leo S. Morf and Martin F. Lemann

Die Menschheit kämpft, seit sie ihren Status als nomadisierende Völker aufgegeben hat, mit der Entsorgungsproblematik ihrer Rückstände aus dem täglichen Leben. Heute sucht man ökologische Lösungen, welche ebenfalls ökonomisch tragbar sind. Dieses Buch zeigt die Geschichte dieses Dilemmas und die heute auf dem Markt vorhandenen technischen Lösungen auf.
In einem ersten Teil wird ein Überblick über die Geschichte der Menschheit und ihrer Abfälle gegeben. Der beschrittene Weg in Europa wird aufgezeigt und die heutige Gesetzgebung in der Schweiz aber auch in Europa erläutert. Ein Blick über die europäischen Grenzen hinaus auf andere Kontinente zeigt, dass die dortigen Bewohner heute mit den gleichen Problemen kämpfen, wie sie Europa zu Beginn des 20. Jahrhunderts kannte. Der zweite Teil befasst sich näher mit der Abfalldefinition, den technischen Möglichkeiten um Abfälle zu recyclieren und den Verfahren, um nicht wieder verwertbare Abfälle so zu behandeln, dass sie ökologisch sicher zurück in die natürliche Umgebung gebracht werden können. Dabei wird sowohl auf kommunale wie auch industrielle Abfälle eingegangen. Ebenfalls werden Spezialgebiete wie Sonderabfälle, Klärschlamm, die Deponieproblematik oder biogene Abfälle beleuchtet.
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1 Der Mensch und seine Abfälle – geschichtliche Aspekte

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1     Der Mensch und seine Abfälle – geschichtliche Aspekte

1.1    Von der Vorgeschichte bis ins 19. Jahrhundert

Nomadisierende Stämme kennen kein Abfall- und Abwasserproblem. Sie verlassen nach einer gewissen Zeit jeweils ihren Standort; Abfall und Abwasser bleiben liegen und brauchen nicht speziell entsorgt zu werden. – Anders sieht es bei den sesshaften Stämmen aus. Sie leben in Siedlungen oder auch in modernen Städten und sind daher gezwungen, Abfall und Abwasser aus dem Wohnraum wegzuschaffen, um darin nicht unterzugehen. Daher entstand das Abfallproblem erst, als sich die Menschen zu Stämmen und Völkern zusammenschlossen und sesshaft wurden. Zu dieser Problemstellung gibt es Lösungsansätze bereits seit jener Zeit. Hier einige Beispiele:

•  Schon im alten Orient – vor mehr als 6500 Jahren – lebten die Menschen in zweigeschossigen Wohnhäusern, versehen mit Bad und Abwasserrohren aus Ton. Das Abwasser wurde in einem abgedeckten Kanal auf der Strasse gesammelt und abgeleitet. Die Küche befand sich im Obergeschoss; die Abfälle gelangten über ein Rohr in den unter der Küche gelegenen Abfallsammelraum.

•  Die Bibel gibt einige Hinweise auf die Abfallentsorgung im alten Israel. Jerusalem hatte zum Beispiel eine Kehrichtdeponie im Tale Kidron, nahe dem Friedhof. Organische Rückstände kompostierten die Einwohner, anorganische Stoffe verbrannten sie in einem fortwährend unterhaltenen Feuer. Die Stadt verfügte auch über ein Entwässerungssystem. Hier ein Zitat aus der Bibel bezüglich Notdurftverrichtung: «Und du sollst draussen vor dem Lager einen Platz haben, wohin du...

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