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Konzeptuelle Motivationen des Verbalaspekts im Russischen und Tschechischen

Mit besonderer Berücksichtigung von Iteration und der ‘faktischen’ Funktion sowie der Begriffe von Episodizität und Referenz

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Valentin Dübbers

Die Publikation befasst sich mit der Frage, durch welche universellen Konzepte der Verbalaspekt und seine Variationen motiviert sind. Hierfür werden zunächst die Grundlagen der Aspekttheorie auf den Ebenen Vorgangstyp und Vorgangstoken neu beleuchtet und eine Differenzierung innerhalb des Zustandsbegriffs sowie zwischen den Parametern Episodizität und episodische Referenz vorgenommen. Anschließend befasst sich die Publikation unter Einschluss empirischer Korpusstudien mit der Aspektvariation bei Iteration im Tschechischen. Der letzte Abschnitt widmet sich der Aspektmotivation bei ‚faktischer‘ (nichtepisodischer) Referenz und der Divergenz zwischen dem Russischen und Tschechischen in diesem Bereich.

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1.9.2.1. Episodische Zustände (statisch) vs. Vorgänge (dynamisch)

1.9.3.Nichtepisodische Konzeptualisierungen von Zuständen

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(23) Als ich kam, war das Fenster offen.

bedeutet also so viel wie „Zu der Assertionszeit, die durch das Ereignis ich kam markiert und vor der Äußerungszeit lokalisiert ist, traf das Prädikat / die Eigenschaft offen auf das Argument Fenster zu, die Prädikation Das Fenster ist offen war zu dieser Zeit wahr“. Im Gegensatz zu Vorgängen sind Zustände also ursprünglich keine Zeitgestalten (Episoden), sondern nur Eigenschaften, die zu bestimmten Zeiten gelten oder relevant sind. Das heißt, es gibt ursprünglich kein Überschneidungsverhältnis zwischen dem PJ und einer solchen Zeitgestalt (Lehmanns Definition der Episodizität), ein Zustand wird also nicht als „jetzt gerade verlaufend“ oder „jetzt gerade sich ereignend“ beobachtet, sondern allenfalls als zum gegenwärtigen Zeitpunkt wahr festgestellt. Die ursprüngliche Konzeptualisierung bei Zustandsaussagen kann also als nichtepisodisch bezeichnet werden. (Inwiefern aber auch die Feststellung eines nichtepisodisch konzeptualisierten Zustands im PJ vergegenwärtigt werden kann, wird in Abschnitt 2.2 behandelt.)

Sekundär aber kann das abstrakte Zeitintervall, in dem die Eigenschaftsprädikation gültig ist, d.h. der Zustand herrscht, bei vielen Zustandsaussagen wiederum als eine Zeitgestalt (Episode) konzeptualisiert werden und als eine solche typischerweise auch in ein Überschneidungsverhältnis zum PJ (Gleichzeitigkeit) treten. In Abschnitt 1.9.3 werden Beispiele für Zustandsaussagen angeführt, bei denen dies weniger gut oder gar nicht möglich ist, die also nur eine nichtepisodische Konzeptualisierung haben. Beim obigen Beispiel aber weiß man, dass das Offensein eines Fensters keine generelle Eigenschaft, sondern ein tempor...

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