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Theologie in der Kirche

Eine Untersuchung der methodologischen Grundlagen der Theologie und des Verständnisses der Katholizität der Kirche bei Avery Kardinal Dulles und bei Leo Kardinal Scheffczyk

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Christian Lutz

Wer sich mit der Frage beschäftigt, wie Theologie funktionieren kann, wird auch die Kirche miteinzubeziehen haben. Diese Arbeit untersucht dazu systematisch die Veröffentlichungen zweier Autoren, die in der deutschsprachigen theologischen Diskussion wenig Beachtung gefunden haben. Beide, der US-amerikanische Theologe Avery Dulles und der aus Oberschlesien stammende Münchener Theologe Leo Scheffczyk, haben sich intensiv mit theologischer Methodologie beschäftigt, und dabei spielte das Thema der Katholizität der Kirche eine wichtige Rolle. Beide Autoren gelten als Vertreter einer traditionsbewussten und konservativen Theologie. Da gegenwärtig eine große Zahl von Theologiestudierenden Interesse an einer solchen Theologie zeigt, scheint es sinnvoll, deren Stärken und Schwächen am Beispiel dieser beiden Theologen zu erörtern.

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Kapitel IV: Katholisch bei Leo Scheffczyk 227

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227 Kapitel IV: Katholisch bei Leo Scheffczyk Bei der Frage, wie Wahrheit und Kirche verbunden sind erhält man in Scheffczyks methodologischen Schriften zunächst die Auskunft, dass es das analoge Sprechen der Theologie ermöglicht, von der geschichtlichen Konkretion in der Kirche aus auf die bleibende Wahrheit zu schließen. Sucht man nach einer ekklesiologischen Grundlage für diesen Gedanken, dann werden seine Ausführungen zur Katholizität der Kirche interessant. Leo Scheffczyk hat mehrere Beiträge zum Thema der Katholizität der Kirche verfasst758. Eine besondere Stellung nimmt dabei das Buch Katholische Glaubenswelt. Wahrheit und Gestalt aus dem Jahr 1977 ein. Manfred Hauke bezeichnet das Buch Katholische Glaubenswelt als das typischste und originellste Werk Scheffczyks759. Johannes Nebel, der Leiter des Leo-Scheffczyk-Zentrums in Bregenz, nennt das Buch Katholische Glaubenswelt eines „seiner [Scheffczyks] berühmtesten und markantesten Bücher“760. Die besondere Bedeutung dieses Buches liegt nach Hauke und Nebel im Ansatzpunkt. Scheffczyk geht von der Katholischen Kirche als sichtbarer Größe aus, um so „das Wesen des Christentums zu erschließen, und zwar als lebendige Wirklichkeit und als konkrete Gestalt“761. Hier zeigt sich die Beziehung zwischen real zugänglicher bleibender Wahrheit und ihrer geschichtlicher Konkretion (Gestalt) besonders deutlich. Denn das Katholische ist in der Kirche „eine geprägte Form und eine greifbare Realität“762. Das bedeutet, dass das Wort katholisch nicht eine abstrakte Eigenschaft der Kirche beschreibt, sondern die konkrete und lebendige katholische Glaubenswirklichkeit763, die mit der Wahrheit in Kontakt steht. 758 Vgl. NEBEL, Johannes, Leo Kardinal...

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