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Graphisches Erzählen von Adoleszenz

Deutschsprachige Autorencomics nach 2000

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Felix Giesa

Die vorliegende Studie befasst sich mit den sogenannten Adoleszenzcomics, eine in der deutschsprachigen Comiclandschaft neuartige Gattung. Seit Beginn des neuen Jahrtausends entwirft eine Generation junger deutschsprachiger ZeichnerInnen innovative Bild-Text-Narrative. Fast alle diese Arbeiten befassen sich mit dem Thema Adoleszenz und zeichnen sich durch avancierte visuelle Erzählstrukturen aus. Der Autor untersucht erstmals die historische Entwicklung des graphischen Erzählens von Adoleszenz. In grundlegenden Einzelanalysen unterzieht er außerdem bedeutende Vertreter dieser neuen Gattung einem close-reading. Dafür entwirft er ein bildnarratologisches Instrumentarium, mit welchem die erzählerischen Eigenheiten beschrieben und analysiert werden.
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1. Einleitung

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1.  Einleitung

Abb. I:   Flix: held, 21:1



Abb. II:  Markuss Golschinski: Die zweite Hälfte des Himmels. Krmkrm 4, 2:3f.



Der Blick auf die eigene Vergangenheit, das Sich-in-Erinnerung-Rufen von Bildern des bisherigen Lebens, wie es in zeitgenössischen deutschsprachigen Comicerzählungen geschieht, stellt einen neuen erzählerischen und thematischen Ansatz in dieser graphischen Erzählform dar. Flixens (d. i. Felix Görmanns) Sorge um das ‚Vergessen‘ der eigenen Erinnerungen wird zu einem Zeitpunkt geäußert, an dem die eigene Biographie zum erzählerischen Ausgangspunkt wird. Dass ← 11 | 12 → hierbei insbesondere die Phase der Adoleszenz als Zeitraum der Identitätsbildung von erzählerischem Interesse ist, wird in den Zeilen Markuss Golschinskis deutlich: „Alles dreht sich um Identität.“ In diesen Beispielen wird eine neue Sicht auf Comics ermöglicht, welche eine gänzlich neue Perspektive eröffnet.

Galten Comics noch bis in das späte 20. Jahrhundert als ‚minderwertige‘ Lektüre hauptsächlich von Kindern, hat sich diese Wahrnehmung seither grundlegend geändert. Im Feuilleton der Frankfurter Allgemeine Zeitung wurde ab 2002 mit Volker Reiches Strizz ein erfolgreicher Comicstrip veröffentlicht. Seit etwa demselben Zeitpunkt bietet das Internet einfache und schnelle Publikationsmöglichkeiten für junge Zeichnerinnen und Zeichner, die teils große Fangemeinden um sich scharen. Weiterhin werden deutschsprachige Comics mittlerweile auch in ‚traditionellen‘ Comicnationen wie Frankreich und den USA publiziert. Der damit einhergehende Wandel in der kulturellen Wahrnehmung von Comics hierzulande bedingt darüber...

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