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Inszenierte Heiligkeit

Soziale Funktion und symbolische Kommunikation von lebenden Heiligen im hohen Mittelalter

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Andreas Rentz

Lebende Heilige sind Personen, die zu Lebzeiten von ihren Zeitgenoss*innen verehrt wurden und wundertätig waren. Bis heute waren sie nur ausnahmsweise Gegenstand der Forschung. Ausgehend von sozialkonstruktivistischen Ansätzen und aktuellen Ergebnissen der Ritualforschung fragt der Autor nach dem Weg der Inszenierung lebender Heiliger und ihren gesellschaftlichen Funktionen. Verschiedene Akte symbolischer Kommunikation wie die Demonstration von Demut und Armut durch ärmliche Kleidung oder ausgiebiges Fasten werden ebenso behandelt wie die Funktion der Heiligen als Lehrer*innen und Mahner*innen, Friedensstifter oder Missionare. Entscheidend für ihre Etablierung und für die Wahrnehmung ihrer Funktionen sind ihre Wunder, die als ritualisierte symbolische Handlungen gedeutet werden.

Konstituierung lebender Heiliger: Armut und Demut, Bestätigung durch signifikante Andere, Stigmata, Wunder, Visionen, Eloquenz, Gehorsam – Funktionen lebender Heiliger: Wunderheiler*innen, Lehrer*innen und Mahner*innen, Friedensstifter, Missionare, Kreuzzugsprediger, politische Berater