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Goethes Römisches Haus

Ein Freimaurertempel

Series:

Almut Constanze Nickel

Die vorliegende Studie befaßt sich mit Goethes Werk und Wirken in Weimar und fragt nach der Relevanz, die der Freimaurerei für eine Deutung der darin enthaltenen Lebensspuren zukommt. Wie umfassend Goethe bestrebt war, seine Lebenswelt mit einem dichten System von Symbolen und Zeichen zu besetzen, wird zunächst an der Baugeschichte des Römischen Hauses gezeigt. Die Entschlüsselung der durch sie gegebenen Hinweise kommt ohne den Rekurs auf Goethes maurerische Interessen nicht aus. Dies zu erkennen, verlangte einen interdisziplinären Ansatz, mit dem die Studie bisher übliche Fragestellungen überschreitet. Ein aufschlußreiches Moment bildet in diesem Zusammenhang der Lebensbund Goethes mit Carl August von Sachsen-Weimar. Beide Freimaurer schöpften aus ihm eine Fülle von privaten Verweisungen und persönlichen Bezugnahmen, mit denen sie den obligaten Kanon der maurerischen Symbolsprache ergänzten. Auf den Niederschlag, den die im Römischen Haus und im lebensgeschichtlichen Umfeld Goethes manifest gewordene Sinngebung in Goethes Dichtung gefunden hat, geht die Studie nach einer Deutung des «Märchens» im letzten Teil erweiternd ein.

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Arnold Zweig und Stefan Zweig in der Zwischenkriegszeit

Publizistisches Engagement, Beziehungsgeschichte und literaturwissenschaftliche Rezeption bis in das 21. Jahrhundert

Series:

Jasmin Sohnemann

Arnold und Stefan Zweig sahen sich als „geistige Führer", gelten aber, bis auf ihr Interesse an der Psychoanalyse, als sehr verschieden. Die Auswertung ihrer Publizistik – darunter viele unbekannte Texte – zeigt erstmals systematisch, wie sie sich an Debatten der Zwischenkriegszeit beteiligten. Die Autorin prüft Aussagen über Demokratie, Sozialismus, Nationalismus, Europa, Pazifismus, die UdSSR, ihr jüdisches Erbe, Zionismus und Antisemitismus. Die Zweigs erscheinen als unabhängige Zeitkritiker, die oft übereinstimmend und wegweisend urteilten. Ihre unveröffentlichten Briefe (1919–1940) bieten Einblick in diese kaum bekannte Beziehung. Die Studie stellt in der Germanistik verbreitete Zweig-Bilder infrage, die wesentlich durch den Kalten Krieg beeinflusst wurden.

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Edited by Gabriele Czech

Der Band enthält die Referate eines internationalen Kolloquiums über die Wissenschaftsgeschichte der Germanistik und Deutschlehrerausbildung in der Bundesrepublik sowie der ehemaligen DDR. In vier Problembereichen werden im Rahmen der Aufarbeitung deutsch-deutscher Geschichte das spannungsreiche Verhältnis von Germanistik und Deutschlehrerausbildung zueinander und vor dem Hintergrund der Problematik Herrschaft – Individuum – Erziehung, Politik/Gesellschaft und Wissenschaft zur Diskussion gestellt. Zugleich ist eine Perspektive indiziert, die der Frage nachgeht, welchen theoretischen/individuellen Konzepten Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer folgten. Die fundierten Beiträge zeichnen ein von Innen- und Außensichten bestimmtes kritisches, historisch differenziertes Bild der Deutschlehrerausbildung in ihrem Verhältnis zur Germanistik in Ost und West, wobei die Diskussion aktueller Fragen - wie die der Lehrerausbildung in Bachelor- und Masterstudiengängen - nicht ausgespart bleibt.

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Musik im Werk Herta Müllers

Exemplarische Analysen zu «Atemschaukel», den Romanen, Erzählungen und Collagen

Series:

Julia Ogrodnik

Die Untersuchung der Musik im Werk Herta Müllers setzt sich mit den Liedern, dem Sprachklang, musikalischen Formen, Textstrukturen, der Idiomatik der Texte und musikbiografischen Aspekten auseinander. Die Grundlage der Analyse sind der Roman «Atemschaukel» sowie weitere Texte. Das Buch bezieht bisherige Modelle zum Zusammenwirken von Musik und Literatur ein und entwickelt eine eigene Herangehensweise. Hierfür berücksichtigt die Autorin über bisherige Modelle hinausgehend auch das Harmonieverständnis innerhalb der Interpretation. Die Analyse setzt unter anderem an aktuellen Diskussionspunkten zu Müllers Werk an und betrachtet die Musik als neue – sinnstiftende – Perspektive: Sie ist Gegenstand, Textverfahren und Poetologie zugleich.

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Spiegelbild der Kulturen

Philologische Wanderjahre eines japanischen Germanisten

Naoji Kimura

Nach der Rezeptiongeschichte der deutschen Literatur und Sprache besonders in Japan sowie der kulturwissenschaftlichen Entwicklung der Germanistik in Ostasien wendet sich der Autor nunmehr anhand der deutschen Sprache als lingua franca in Ostasien dem Kulturaustausch überhaupt zwischen Ost und West zu. Es war eine merkwürdige Wanderschaft im alten Fremden. Die in diesem Band gesammelten Aufsätze sind so zum grossen Teil Vortragstexte, die in den letzten fünfzehn Jahren hauptsächlich in Tagungen in China, Korea und Japan gehalten wurden. Ihr Anliegen besteht trotz allem darin, auf die völkerverbindende Bedeutung und Rolle der deutschsprachigen Kultur in der Welt aufmerksam zu machen. Dabei profiliert sich vor allem der "zweite Marco Polo" Alexander von Humboldt, dem es als Nachfolger und Vollender von Goethischer Naturforschung gelungen ist, einen humanen Dialog zwischen Natur- und Geisteswissenschaften vorbildlich zustande zu bringen.

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Back to the Future

Tradition and Innovation in German Studies

Series:

Edited by Marc Silberman

In the course of the 1970s, interdisciplinary German studies emerged in North America, breaking with what many in the field saw as a suffocating and politically tainted tradition of canon-based philology by broadening both the corpus of texts and the framing concept of culture. In the meantime the innovative impulses that characterized this response to the legacy of Germanistik have themselves become traditions. The essays in this volume critically examine a selection of those past attempts at renewal to gauge where we are now and how we move into the future: exile and forced migration, race and identity, humanism and utopian thought, solidarity and global inequality. A younger generation of scholars demonstrates how reviving and refining the questions of yore leads to new insights into literary and theatrical texts, fundamental philosophical and political ideas, and the structure of memory in ethnographic performance and photography. Looking back into the future is a self-reflexive gesture that asks how tradition inspires innovation, and it displays compelling evidence for the importance of historically informed cultural research in the field of German studies.

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Romantik und Surrealismus

Eine Wahlverwandtschaft?

Edited by Sebastian Lübcke and Johann Thun

Der Band versammelt Beiträge, die dem Verhältnis zwischen (deutscher) Romantik und (französischem) Surrealismus nachgehen. Das Verhältnis beider Geistesbewegungen wird als «Wahlverwandtschaft» beschrieben. Mit dieser Methode können Ähnlichkeiten und Analogien zwischen Romantik und Surrealismus ohne Rückgriff auf kausalhistorische Einflussnarrative diskutiert werden. Im Zentrum der Beiträge stehen die Auseinandersetzung mit der Einbildungskraft, subjekttheoretische Fragestellungen, das Interesse an Mythologien und politischer Neuordnung sowie an Traum, Rausch, Unbewusstsein und alternativen Epistemologien.

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Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Literaturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Experimentelle Gegenwartsliteratur». Darauf folgt die Sektion «Neue Realismen. Formen des Realismus in der Gegenwartsliteratur», bevor die Sektion «Ökologie und Umweltwandel in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur» dokumentiert wird. Die Sektion «Entwicklungstendenzen der deutschen Literatur nach 1989/90. Neueste deutschsprachige Literatur als Speicher zeitgenössischer Identitätsmodelle» beschließt den Band.

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Series:

Edited by Peter Heßelmann

Dieser Jahrgangsband der Simpliciana enthält fünfzehn Vorträge, die während des Symposiums Grimmelshausens «Kleineren Schriften» vom 23. bis zum 25. Juni 2017 in Gelnhausen gehalten wurden. Vier weitere Beiträge ergänzen das Jahrbuch. In der Rubrik «Rezensionen und Hinweise auf Bücher» werden wie gewohnt Besprechungen von Neuerscheinungen zum simplicianischen Erzähler, zu weiteren Autoren und zur Literatur- und Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit veröffentlicht.

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Das geteilte Urteil

Die Literaturkritik und Christa Wolf

Vera Annette Klein

Die Vielfalt an Meinungen und Kontroversen, die Christa Wolf in der deutschsprachigen Literaturkritik hervorrief, ist außergewöhnlich – und überaus aufschlussreich, wie diese Analyse von Kritiken zu Wolfs belletristischem Werk aus Printmedien der DDR und der BRD von 1961 bis 1990 zeigt. Im Zentrum der Untersuchung stehen der Einfluss gesellschaftlicher wie politischer Vorgänge (sowie staatlicher Vorgaben und Zensurmaßnahmen im Sonderfall der DDR-Literaturkritik) auf die Rezensenten, der Wandel der Bewertungskriterien und der Einschätzung von Wolfs Werk im Verlauf der Jahrzehnte sowie die Wechselwirkungen zwischen der Kritik in der BRD und der Kritik in der DDR. Erstmals erschlossen werden zahlreiche Archivmaterialien, die Entstehungszusammenhänge diverser Rezensionen näher beleuchten.