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Isabel Hernández

In seinen Romanen Die Jüdin von Toledo (1955) und Goya oder Der arge Weg der Erkenntnis (1951) zeigte Lion Feuchtwanger während seines kalifornischen Exils eine ausgeprägte Neigung zu Spanien. Diese Neigung zeigten auch andere der vielen Schriftsteller, die im Dritten Reich gezwungen waren, Deutschland zu verlassen, manchmal über Spanien.

Im Gegensatz zum Italienbild wurde das Spanienbild in den Texten einiger der exilierten Schriftsteller nie ästhetisiert. Stoffe aus der spanischen Geschichte boten den Autoren aber die Gelegenheit, die damalige Gegenwart durch eine schon vorgegebene Vergangenheit zu interpretieren, was ihre Vorliebe für den historischen Roman erklärt. In den letzten Jahren hat die Gattung eine Wiederbelebung erfahren, die bereits auf eine Rückkehr von vielen im Exil geschriebenen Werken hindeutet. Die politische und soziale Lage, die in vielen Ländern der Welt zum Alltag geworden ist, bestätigt die Aktualität von Romanen wie Feuchtwangers Die Jüdin von Toledo.

In diesem Sinne widmet sich diese Publikation in ihrem ersten Teil Lion Feuchtwangers schriftstellerischer Auseinandersetzung mit Spanien. Der zweite Teil befasst sich mit dem Spanienbild vieler Schriftsteller, die in Spanien nicht nur einen Zufluchtsort, sondern auch Inspiration für ihre eigenen Werke gefunden haben.

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Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Literaturwissenschaft auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Innovation – Wiederkehr des Vergessenen in Literatur und Literaturwissenschaft». Danach steht die Sektion «Mediävistik zwischen Tradition und Innovation». Es folgt die Sektion «Mittlere Deutsche Literatur und Kultur der Frühen Neuzeit (1400 bis 1750)». Danach ist die Sektion «Vernetzte Autorinnen (17. bis 19. Jahrhundert)» dokumentiert. Die Sektionen «Geschichte und Mythos sowie Utopie / Dystopie – Möglichkeitsdenken in der Gegenwart» beschließen den Band.

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Acta Germanica / Volume 45 • 2017

German Studies in Africa

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Carlotta von Maltzan

Der erste Teil vermittelt unterschiedliche Blickweisen auf den Schauplatz Afrika in der deutschsprachigen Literatur: von der kolonialistischen deutschen Jugend- und Abenteuerliteratur bis zum Kriegsschauplatz Omaheke, von Apartheid-Analogien in deutschen Medientexten bis zum Leben und Werk Leontine Sagans in Europa und in Südafrika. Weitere Analysen befassen sich mit Hans Christoph Buchs Sansibar Blues und Dürrenmatts fast unbekanntem Text «Die Virusepidemie in Südafrika». Der zweite Teil versammelt allgemeine Beiträge zu Goethes «Iphigenie auf Tauris», Christoph Schlingensiefs Wiener Kunstaktion Container aus dem Jahr 2000, Benjamin von Stuckrad-Barres Roman «Panikherz», Christian Krachts «Die Toten» sowie Thea Dorns Theaterstück «Marleni. Preußische Diven blond wie Stahl». Eine Untersuchung zur vernachlässigten Dimension der Leiblichkeit im interkulturellen Fremdsprachenlernen und ein Interview mit der österreichischen Autorin Gerhild Steinbuch beschließen den Band.

The first part conveys differing perspectives of Africa in German literature: from colonial German youth and adventure literature to Omaheke as a place of war, from apartheid analogies in German media texts to the life and work of Leontine Sagan in Europe and South Africa. Further contributions present critical readings of Hans Christoph Buch’s «Sansibar Blues» and of the almost unknown text «Die Virusepidemie in Südafrika» by Friedrich Dürrenmatt. The second part presents general contributions on Goethe’s «Iphigenie auf Tauris», Christoph Schlingensief’s Viennese art action Container in the year 2000, Benjamin von Stuckrad-Barre’s novel «Panikherz», Christian Kracht’s «Die Toten» and Thea Dorn’s play «Marleni. Preuβsche Diven blond wie Stahl». An investigation of the neglected dimension of corporeality in intercultural foreign language learning and an interview with the Austrian author Gerhild Steinbuch conclude the volume.

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Franziska Schößler

Diese Studie schließt eine Leerstelle kulturwissenschaftlicher Gender Studies: Von Goethe ausgehend bis zur Gegenwart untersuchen exemplarische Lektüren, welche Aussagen literarische Texte über den diskursiven Zusammenhang von Geschlecht und Arbeitsvermögen treffen. Die Autorin fragt, mit welchen Geschlechterstereotypen die (literarischen) Berufsbilder paktieren, welche Modelle emotionaler, ästhetischer sowie prekärer Arbeit die Texte entwickeln und warum sie Konsum als Nicht-Arbeit auffassen. Die hier analysierte europäische und US-amerikanische Literatur gibt darüber Aufschluss, warum «weibliche Arbeit» in der Regel als fragiler und unzuverlässiger gilt, warum sie schlechter honoriert wird, informalisiert bleibt und unsichtbar ist, vor allem aber, warum sie auf hartnäckige Weise mit Sexualität bzw. der Typologie der Geschlechtscharaktere in Verbindung gebracht wird.

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Sandro Moraldo

Die Beiträge in diesem Band untersuchen die Frage, welchen Stellenwert die deutsche Sprache in Italien – nicht nur im schulischen Fremdsprachenunterricht – einnimmt. Die Beiträger erstellen hierbei eine umfassende Kartographie der Stellung des Deutschen in Italien, die mehrere Aspekte abdeckt: als Wissenschaftssprache, in ihrer Bedeutung für die Wirtschaftskommunikation, im Rahmen von dualen Bildungssystemen, als Arbeitsmittel im Rahmen von CLIL (Content and Language Integrated Learning) und ihrer Bedeutung für den Tourismus. Durch eine aufwendige Datenerhebung dokumentiert dieser Sammelband, die Trends, die sich für die deutsche Sprache in Italien abzeichnen.

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Ludwig Bechstein: Die großen Novellen und die Romane

Inhalte – Kommentare – Materialien

Susanne Schmidt-Knaebel

Ludwig Bechstein (1801–1860) hat außer seinen Märchen- und Sagenadaptationen auch 15 vom Autor sogenannte große Novellen und Romane geschrieben. Diese Studie verwendet eine interdisziplinäre Methode, die Arbeitsweisen der Literaturwissenschaft um die einer Linguistik literarischer Texte ergänzt. Jedem der zwischen 1829 und 1856 erschienenen Texte ist ein dreiteiliger Kommentar gewidmet (Inhaltsangabe, Analyse der semantischen und syntaktischen Eigenschaften und Zusammenstellung der vorhandenen Kritiken bzw. derzeit erfassbaren Quellmaterialien). Auf dieser Basis lassen sich frühe von mittleren und späten Texttypen unterscheiden. Am Schluss steht eine Übersicht über die Entwicklung des deutschen Historienromans und eine Einordnung von Bechsteins Großprosa auf geschichtlicher Grundlage.

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Pilar Andrade Boué, Rodrigo Guijarro Lasheras and Marta Iturmendi Coppel

Este libro reflexiona sobre el análisis de la ciudad como espacio plural en obras literarias de las últimas décadas. Los capítulos que lo constituyen abordan la cuestión de la pluralidad con todos los matices que se sitúan entre los polos opuestos de la convivencia y la hostilidad, y se organizan en torno a tres ejes geográficos amplios: las ciudades europeas, las africanas y las hispanoamericanas. Los textos que lo componen hablan del imaginario colectivo que despierta el cuerpo de la ciudad en quien lo lee y narra, así como sobre la inscripción de las ficciones en la historia de las ciudades y su representación de las vidas, situaciones o experiencias que se desarrollan en los paisajes urbanos. La investigación que se propone aquí continúa la de varios proyectos anteriores del grupo de investigación UCM dirigido por Eugenia Popeanga «La aventura de viajar y sus escrituras».

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Fräuleinwunder

Zum literarischen Nachleben eines Labels

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Christiane Caemmerer, Walter Delabar and Helga Meise

Die Beiträge dieses Bandes untersuchen, was aus Judith Hermann, Karen Duve, Juli Zeh und den vielen anderen Autorinnen geworden ist, die um die Jahrtausendwende unter dem Markenzeichen «Fräuleinwunder» Furore machten. Wer schrieb weiter und welche Formen haben die Autorinnen benutzt, welche literarischen Profile und Karrieren haben sich ergeben, nachdem der Hype vorbei war? Der Band verbindet iterative Bestandsaufnahmen und Beschreibungen des Status quo – 15 Jahre später.

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Magdalena Duś, Robert Kołodziej and Joanna Konieczna-Serafin

Dieser Band sammelt Ergebnisse der sprachwissenschaftlichen Untersuchungen einer französisch-polnisch-deutschen Forschungsgruppe. Die Beiträge behandeln theoretische Probleme und empirische Beobachtungen der Textlinguistik. Der Band ist den semantischen Aspekten von Textanfängen gewidmet und thematisiert verschiedene Texttypen und -sorten. Dazu gehören literarische Texte, ältere Rechtstexte, narrative Erzählungen und Pressetexte. Die Beiträge beinhalten neben den textlinguistischen Ansätzen auch theoretische Überlegungen aus den Bereichen der Phraseologie und der Kognitiven Linguistik.

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Aneta Jachimowicz

Der Band versammelt Beiträge, die über den etablierten Kanon der Literatur der Zwischenkriegszeit in Österreich hinausreichen und auf die ästhetischen und formalen Besonderheiten anderer AutorInnen und literarischer Diskurse aufmerksam machen sowie Anlass geben, sich jenseits der arrivierten Literatur umzusehen. Es geht auch um die Frage, inwieweit das besondere Profil der österreichischen Literatur bei nicht kanonisierten Werken evident wird und wie die Kanonisierungen zustande kamen. Die Fallbeispiele geben Einblick in den Literaturbetrieb der Zwischenkriegszeit und zeigen, dass es notwendig ist, die österreichische Literatur dieser Zeit von der Literatur der Weimarer Republik stärker zu unterscheiden.