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Die politische und ideologische Vereinnahmung Joseph von Eichendorffs

Einhundert Jahre Rezeptionsgeschichte in der Publizistik (1888-1988)

von Martin Hollender (Autor:in)
Dissertation 724 Seiten

Zusammenfassung

Joseph von Eichendorff, der «deutscheste der deutschen Dichter», wurde im Kulturfeuilleton seit jeher politisch instrumentalisiert. Die Arbeit untersucht anhand von rund zweitausend publizistischen Quellen die nationalistische, völkische, militaristische und revanchistische Vereinnahmung des romantischen Dichters in den Epochen der deutschen Geschichte. Mit Eichendorff wurde Front gemacht gegen Katholizismus und Protestantismus, gegen das Ausland und die Demokratie, gegen Heinrich Heine und das Judentum, gegen Pazifismus und Kapitalismus. Einen Schwerpunkt bildet neben der Darstellung verschiedener Eichendorff-Institutionen und -Publikationsorgane die Vereinnahmung des Dichters in der oberschlesischen Presse, die mit ihrem Landsmann Eichendorff gegen drohende oder erfolgte Gebietsverluste anging. Im «Oberschlesischen Abstimmungskampf» 1919/20 wurde die Deutschheit der abzutretenden Gebiete mit Eichendorff «bewiesen», nach 1945 wurde in der revisionistischen Heimatvertriebenenpresse mit dem Medium Eichendorff die Wiedererlangung der ehemaligen deutschen Ostgebiete zu begründen versucht.

Details

Seiten
724
ISBN (Buch)
9783631312544
Sprache
Deutsch
Erschienen
Frankfurt/M., Berlin, Bern, New York, Paris, Wien, 1997. 724 S., 10 Abb.

Biographische Angaben

Martin Hollender (Autor:in)

Der Autor: Martin Hollender (geb. 1965) hat an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Germanistik und Neuere deutsche Geschichte studiert. 1994 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Eichendorff-Institut an der Universität Düsseldorf. Derzeit arbeitet er am Heinrich-Heine-Institut in Düsseldorf.

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Titel: Die politische und ideologische Vereinnahmung Joseph von Eichendorffs