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Die Bedeutung der negativen Religionsfreiheit im deutsch-türkischen Verfassungsvergleich

mit Rücksicht auch auf die Europäische Menschenrechtskonvention

von Bercin Kuzu (Autor:in)
©2022 Dissertation 254 Seiten

Zusammenfassung

Das Grundgesetz und die türkische Verfassung normieren die Religionsfreiheit, die für jeden religiösen oder areligiösen Menschen gleichermaßen gilt, und sind weitgehend deckungsgleich mit der EMRK. Diese Grundrechte sichern einen geschützten Raum der individuellen Freiheitsentfaltung. Dieser Bereich solle sowohl positive als auch negative Religionsfreiheit im Rahmen der Neutralität des Staates umfassen. Demokratische Staaten müssen damit gegenüber den unterschiedlichen Religionen und Weltanschauungen neutral sein. Ein friedliches Zusammenleben gründet auf dem Respekt gegenüber der Pluralität der religiösen und weltanschaulichen Perspektiven. Zudem muss ein Staat alle Bürger gleich behandeln, egal, ob sie auf der Grundlage ihres religiösen Glaubens handeln oder nicht. Die Arbeit beleuchtet die Bedeutung der negativen Religionsfreiheit.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Inhaltsverzeichnis
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Vorwort
  • Einleitung
  • Erster Teil: Einführung in den Gegenstand, Begriffsbestimmung und Problemstellung
  • A. Das Grundrecht der negativen Religionsfreiheit
  • I. Untersuchungsgegenstand
  • II. Begriffsbestimmung
  • III. Problemaufriss
  • IV. Gang der Untersuchung
  • B. Grundzüge der negativen Seite von Freiheitsrechten
  • I. Herausbildung der negativen Freiheit und ihr Umfang
  • 1. Herleitung nach dem Wortlaut
  • 2. Negative Rechte in Beziehung zu positiven Rechten
  • II. Bedeutung der negativen Religionsfreiheit
  • III. Rechtsgeschichtlicher Hintergrund
  • IV. Beziehung zu anderen Freiheitsrechten
  • Zweiter Teil: Negative Religionsfreiheit in Deutschland
  • A. Allgemeine Religionsfreiheit nach Art. 4 GG
  • I. Begrifflichkeit und Inhalt von Art. 4 GG
  • 1. Glaubensfreiheit
  • 2. Religiöse und weltanschauliche Bekenntnisfreiheit
  • 3. Ungestörte Religionsausübung
  • 4. Gewissensfreiheit
  • II. Begriffliche Fragen bzgl. Religion und Weltanschauung
  • B. Schutzbereiche von Art. 4 Abs. 1 und 2 GG
  • I. Persönlicher Schutzbereich
  • II. Sachlicher Schutzbereich
  • 1. Differenzierter Schutzbereich
  • 2. Definitionskompetenz
  • a. Definitionsverbot – Das religiöse oder weltanschauliche Selbstverständnis
  • aa. Das Selbstverständnis des Grundrechtsträgers als Beurteilungsmaßstab für die Bestimmung des Schutzbereiches
  • bb. Stellungnahme
  • b. Definitionsgebot
  • III. Die Pflicht des Staates zu religiös-weltanschaulicher Neutralität
  • C. Eingriffe in den Schutzbereich
  • I. Diskussionen um das religiös geprägte Verhalten
  • 1. Konflikte zwischen dem Staat und dem Individuum
  • a. BVerfGE 33, 23 – Eidesverweigerung aus Glaubensgründen
  • b. BVerfGE 35, 366 – Kreuz im Gerichtssaal
  • c. BVerfGE 79, 69 – Eidespflicht
  • 2. Konflikte zwischen dem Staat und mehreren Privatpersonen
  • a. BVerfGE 52, 223 – Schulgebet
  • b. BVerfGE 93, 1 – Kruzifix
  • aa. Kritik und abweichende Meinungen
  • bb. Kruzifixe in der Rechtsprechung des EGMR
  • c. BVerfGE 108, 282 – Kopftuch
  • aa. Kritik und Argumente des Sondervotums
  • bb. Erziehungsrechtliche Betrachtung
  • d. BVerfGE 138, 296 – Kopftuchverbot Nordrhein-Westfalen
  • aa. Kritik und Argumente des Sondervotums
  • bb. Stellungnahme
  • e. BVerfGE 153, 1 – Kopftuchverbot für Rechtsreferendarinnen
  • aa. Darstellung und Analyse der Entscheidung
  • bb. Vergleich mit Kopftuch-Entscheidungen des BVerfG
  • f. Resümee
  • 3. Konflikte zwischen Privatrechtssubjekten
  • II. Kollidierende Rechte und verfassungskräftige Positionen
  • 1. Rechte der Schüler nach Art. 4 Abs. 1 und 2 GG
  • 2. Das Erziehungsrecht der Eltern nach Art. 6 Abs. 2 GG im Sinne der negativen Glaubensfreiheit
  • 3. Sonderstatusverhältnisse des Beamtentums
  • D. Rechtfertigungsprobleme
  • I. Verfassungsimmanente Schranken
  • II. Geschriebene Gesetzesvorbehalte
  • Dritter Teil: Negative Religionsfreiheit in der Türkei
  • A. Einführung
  • B. Rechtsgeschichtlicher Hintergrund
  • I. Religiosität und Religionsfreiheit im Osmanischen Reich
  • 1. Das islamische Recht im Osmanischen Reich
  • a. Glaubens- und Religionsfreiheit bei Dhimmis
  • b. Glaubens- und Religionsfreiheit bei Muslimen
  • 2. Konstitutionelle Menschenrechte ab dem 19. Jh. im Osmanischen Reich
  • a. Die erste Phase der konstitutionellen Entwicklung: Tanzimat-Ära
  • b. Die erste Osmanische Verfassung von 1876
  • c. Die Verfassungsänderungen von 1909
  • 3. Stellungnahme
  • II. Religions- und Gewissensfreiheit in den türkischen Verfassungen
  • 1. Die Verfassung von 1921 und die Doppelverfassungsperiode
  • a. Exkurs: Der Zerfall des Osmanischen Reichs vor seinem rechtspolitischen Hintergrund
  • b. Die Lausanner Friedenskonferenz und das Ende des Osmanischen Reiches
  • c. Radikale Reformen nach der Proklamation der Republik
  • 2. Die Verfassung von 1924
  • a. Der laizistische Charakter der TVerf von 1924
  • b. Vom Einparteiensystem zum Mehrparteiensystem unter Betrachtung des laizistischen Aspektes
  • c. Das Ende der Verfassung von 1924
  • d. Stellungnahme
  • 3. Die Verfassung von 1961
  • a. Menschenrechte in der Verfassung von 1961 mit Fokus auf Religionsfreiheit
  • b. Die Entstehung des Amtes für religiöse Angelegenheiten (DIB)
  • c. Der Türkische Verfassungsgerichtshof in der Verfassung von 1961
  • 4. Fazit zur Entwicklung der aktuellen Verfassung von 1982
  • C. Der Inhalt der individuelle Gewissens- und Religionsfreiheit
  • I. Allgemeine Religionsfreiheit nach Art. 24 TVerf von 1982
  • II. Die Religionsfreiheit im Lichte der allgemeinen Grundrechtsdogmatik
  • 1. Die in der TVerf von 1982 niedergelegten Schutzbereiche
  • a. Schutzbereich der einzelnen Teilbereiche im Sinne der Verfassung
  • aa. Religions- und Glaubensfreiheit
  • bb. Gewissensfreiheit
  • cc. Meinungs- und Überzeugungsfreiheit
  • 2. Eingriff in den Schutzbereich – auch auf internationaler Ebene
  • 3. Rechtfertigung
  • a. Das Laizismus-Prinzip als Rechtfertigungsgrund
  • b. Schutzbereichsbegrenzungen
  • aa. Begrenzung gemäß der Verfassung
  • bb. Gerichtliche und gesetzliche Begrenzungen
  • c. Verhältnismäßigkeitsprüfung
  • aa. Verhältnismäßigkeitsprüfung nach dem Recht der EMRK
  • bb. Beurteilungsspielraum als Besonderheit im Recht der EMRK
  • cc. Die individuelle völkerrechtliche Garantie
  • D. Die negative Religionsfreiheit in Einzelfällen
  • I. Das unverzichtbare Laizismusprinzip der Verfassung
  • 1. Das türkische Verständnis von Laizismus
  • 2. Das Verhältnis zwischen negativer Religionsfreiheit und Laizismus
  • II. Die verpflichtende Religiöse Kultur und Sittenlehre in Art. 24 Abs. 4 TVerf von 1924
  • 1. Die TVerf in Verbindung mit der völkerrechtlichen Gewährleistung
  • 2. Befreiung vom Religionsunterricht auf Antrag nur für Christen und Juden
  • 3. Aktuelle Problematik
  • III. Obligatorische Angabe der Religionszugehörigkeit in Ausweisen
  • IV. Bedeckung mit dem islamischen Kopftuch in öffentlichen Einrichtungen
  • V. Existenz des Amtes für religiöse Angelegenheiten (DIB)
  • Vierter Teil: Die individuellen Garantien der negativen Religionsfreiheit in der EMRK
  • A. Die EMRK als völkerrechtlicher Vertrag
  • B. Das Ziel des EGMR und seine Besonderheiten
  • I. Die Bedeutung der EMRK
  • II. Beurteilungsspielraum
  • C. Religionsfreiheit in Art. 9 der EMRK
  • I. Der Schutzbereich des Art. 9 EMRK und die negative Religionsfreiheit
  • II. Einschränkung des Schutzbereichs
  • 1. Rechtsfertigungsmaßstab der EMRK
  • a. Gesetzliche Grundlage
  • b. Legitimes Ziel
  • c. Die Bedingung der Notwendigkeit in einer demokratischen Gesellschaft
  • 2. Verhältnismäßigkeit und Abwägung
  • D. Rang und Geltungsanspruch der EMRK im deutschen Recht
  • I. Art. 9 EMRK im Vergleich mit Art. 4 GG
  • II. Die Stellung der EMRK und Urteile des EGMR in der deutschen Rechtsordnung
  • E. Rang und Geltungsanspruch der EMRK im türkischen Recht
  • I. Die Stellung der EMRK in der türkischen Rechtsordnung
  • II. Die Bedeutung der EMRK im türkischen Rechtssystem
  • a. Laizismus im Spiegel der Rechtsprechung des EGMR
  • b. Negative Religionsfreiheit im Spiegel der Rechtsprechung des EGMR
  • Fünfter Teil: Zusammenfassung der Ergebnisse und Schlussfolgerung
  • Literaturverzeichnis
  • Anhang 1 – Entscheidungsauswahl
  • Anhang 2 – Artikelauswahl der türkischen Verfassungen

←10 | 11→

Abkürzungsverzeichnis

a. a. O.

Am angegebenen Ort

ABD

Ankara Barosu Dergisi (Zeitschriften der Anwaltskammer Ankara)

Abs.

Absatz

Abschn.

Abschnitt

AEMR

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

AIHS

türkische Abkürzung für EMRK

AnwBl.

Anwaltsblatt

AöR

Archiv des Öffentlichen Rechts

Appl. No.

Application Nummer

APuZ

Aus Politik und Zeitgeschichte

Art.

Artikel

AÜSBFD

Ankara Üniversitesi Siyasal Bilgiler Fakültesi Dergisi (Zeitschrift der Staatswissenschaftlichen Fakultät Ankara)

AYMK

türkische Abkürzung für TVerfGE

BAG

Bundesarbeitsgericht

BAGE

Bundesarbeitsgericht – Entscheidung

BayGVBl

Bayerisches Gesetz- und Verordnungsblatt

BayVBl.

Bayerische Verwaltungsblätter

BayVerfGH

Bayerische Verfassungsgerichtshof

BGB

Bürgerliches Gesetzbuch

B.N.

Başvuru Numarası (Beschwerdenummer)

bspw.

beispielsweise

bzgl.

bezüglich

bzw.

beziehungsweise

BVerfG

Bundesverfassungsgericht

BVerfGE

Bundesverfassungsgericht – Entscheidung

BVerwG

Bundesverwaltungsgericht

BVerwGE

Bundesverwaltungsgericht – Entscheidung

C.

Cilt (Bund)

ca.

circa

ders.

derselbe

d.h.

das heißt

DIB

Diyanet İşleri Başkanlığı (Das Amt für religiöse Angelegenheiten)

Diss.

Dissertation←11 | 12→

djbZ

Zeitschrift des Deutschen Juristinnenbundes

DÖV

Die öffentliche Verwaltung

DVBl.

Deutsches Verwaltungsblatt

E.

Entscheidung

EGMR

Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte

EKMR

Europäische Kommission für Menschenrechte

EMRK

Europäische Menschenrechtskonvention

erw.

erweitert

erg.

ergänzen

ESVGH

Entscheidungssammlung des Verwaltungsgerichtshofes

EU

Europäische Union

EuGRZ

Zeitschrift für Europäische Grundrechte

f.

folgende

FamRZ

Zeitschrift für das gesamte Familienrecht

ff.

fortfolgende

Fn.

Fußnote

FS

Festschrift

Jh.

Jahrhundert

JöR

Das Jahrbuch des öffentlichen Rechts der Gegenwart

G.

Grundlage

GBeD

Gesetz über Bevölkerungsdienste

gem.

gemäß

GG

Grundgesetz

ggf.

gegebenenfalls

grdl.

grundlegend

GÜHFD

Gazi Üniversitesi Hukuk Fakültesi Dergisi (Zeitschrift der Rechtswissenschaftlichen Fakultät Gazi)

GVBl.

Gesetz- und Verordnungsblatt

h. M.

herrschende Meinung

HBG

Hessisches Beamtengesetz

Hess.

Hessisch

HessStGH

Hessischer Staatsgerichtshof

HbStR

Handbuch des Staatsrechts

HdbStKirchR

Handbuch für Staats- und Kirchenrecht

Hrsg.

Herausgeber

i.d.R.

in der Regel

i.d.S.

in dem Sinn

İHAS

Avrupa İnsan Hakları Sözleşmesi (EMRK)

IPbpR

Der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte←12 | 13→

İÜHKM

İstanbul Üniversitesi Hukuk Fakültesi Mecmuası (Magazin der Rechtswissenschaftlichen Fakultät Istanbul)

i.V.m.

in Verbindung mit

JA

Juristische Arbeitsblätter

JCSW

Jahrbuch für christliche Sozialwissenschaften

JURA

Juristische Ausbildung

JuS

Juristische Schulung

JZ

Juristen-Zeitung

KErzG

Gesetz über die religiöse Kindererziehung

KJ

Kritische Justiz

KritV

Kritische Vierteljahresschrift für Gesetzgebung und Rechtswissenschaft

Lit.

Literatur

LG

Landesgericht

LKV

Landes- und Kommunalverwaltung

NJW

Neue Juristische Wochenschrift

Nr.

Nummer

NRW

Nordrhein-Westfalen

NT

Neues Testament

NVwZ

Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht

NZS

Neue Zeitschrift für Sozialrecht

o. g.

oben genannte -r/-n/-s

RGBl.

Das Reichsgesetzblatt

Rn.

Randnummer

S.

Satz oder Seite

sog.

sogenannte-r/-n/-s

StGH

Staatsgerichtshof

StPO

Strafprozessordnung

TBBD

Türkiye Barolar Birliği Dergisi (Zeitschrift der Vereinigung der Rechtsanwaltskammern der Türkei)

TBMM

Türkiye Büyük Millet Meclisi (Große Nationalversammlung der Türkei)

ThürVBl.

Thüringische Verwaltungsblätter

TVerf

Türkische Verfassung

TVerfG

Türkisches Verfassungsgericht

TVerfGE

Türkisches Verfassungsgericht-Entscheidung

u. a.

unter andere/-m

u. ä.

und ähnlich

Urt.

Urteil←13 | 14→

usw.

und so weiter

u.U.

unter Umständen

v.

versus oder von

VG

Verwaltungsgericht

VGH

Verwaltungsgerichtshof

Vgl.

Vergleiche

VRÜ

Details

Seiten
254
Jahr
2022
ISBN (PDF)
9783631875575
ISBN (ePUB)
9783631875582
ISBN (MOBI)
9783631875599
ISBN (Hardcover)
9783631866917
DOI
10.3726/b19568
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2022 (April)
Erschienen
Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Warszawa, Wien, 2022. 254 S.

Biographische Angaben

Bercin Kuzu (Autor:in)

Berçin Kuzu studierte Öffentliche Verwaltung an der Gazi Universität in Ankara. Das Magister Studium (LL.M.) erfolgte an der Universität Bayreuth und die Promotion an der Universität Leipzig. Sie ist an der Universität Marmara in Istanbul im Lehrstuhl für Verfassungsrecht als Wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig.

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