%0 Journal Article %A Berta Raposo %D 2026 %C Berlin, Germany %I Peter Lang Verlag %J Jahrbuch für Internationale Germanistik %@ 2235-1280 %N 2 %V 57 %T Mehr delectare als prodesse. Mischformen der Reiseliteratur bei deutschen Spanienreisenden der Spätaufklärung %R 10.3726/JIG572_67 %U https://www.peterlang.com/document/1695805 %X Die Entwicklung des literarischen Markts am Ende des 18. Jahrhunderts brachte unter vielen anderen weitreichenden Folgen den gleichzeitigen Aufschwung der Reiseliteratur und des Romans mit sich.1 Beide sind erzählende Prosaformen, die sich in ihrem Bezug zur Wirklichkeit unterscheiden. »Der[…] Authentizitätsanspruch hebt die Reiseliteratur von der fiktionalen Literatur prinzipiell ab. […] Der tatsächliche, nicht nur fingierte, Realitätsbezug bleibt ein konstituierendes Merkmal der Gattung Reisebeschreibung.«2 Allerdings war in der Spätaufklärung die gelehrte, empiristische Form dieser Gattung schon obsolet geworden. Die Reisenden bekannten sich zwar zum Prinzip der faktischen Wissensvermittlung, diese wurde aber immer öfter um eine subjektive Authentizität ergänzt, und die neuen Reiseberichte boten eine Mischung der informativen Chronik mit der unterhaltenden Erzählung, sie genügten also der horazischen Forderung des prodesse et delectare. Die Leser aus dem kleinbürgerlichen Milieu wünschten sich »anspruchlose(r), den Sinnen zugewandte(r) Lektüre«.3 Hatte der Reisebericht alten Zuschnitts (geographisch-statistische nach den Regeln der Apodemik verfasste Beschreibung) vor allem nur das prodesse angestrebt, so bieten die neuen nicht nur beides, sondern legen sogar oft größeren Wert auf das delectare, wie später zu zeigen sein wird. %K mehr, mischformen, reiseliteratur, spanienreisenden, spätaufklärung