TY - JOUR AU - Ruoyu Zhang AU - Gertrud Maria Rösch PY - 2026 CY - Berlin, Germany PB - Peter Lang Verlag JF - Jahrbuch für Internationale Germanistik IS - 2 VL - 57 SN - 2235-1280 TI - Exilliteratur als Weltliteratur. Eine Einführung.* DO - 10.3726/JIG572_271 UR - https://www.peterlang.com/document/1695812 N2 - Im Jahr 2025 eröffnet das Jahrbuch für Internationale Germanistik eine neue Rubrik „Exilliteratur als Weltliteratur“. Die Diskussionen darüber, worum es sich bei Exil-, Emigranten- und Flüchtlingsliteratur eigentlich handeln solle, erhalten fortwährend Aktualität durch neue Generationen von Autor*innen, die aus wechselnden Herkunftsländern nach Deutschland kommen und hier leben und schreiben. Der Historiker und Exilliteraturwissenschaftler Claus-Dieter Krohn (1941–2019) hat in seinem Beitrag Die Herausforderungen der Exilliteraturforschung durch die Akkulturations- und Hybridtheorie (2013) schon darauf hingewiesen, dass „[…] aus taktischen wie praktisch operationalisierbaren Gründen nur der Begriff der Exilliteratur als unscharfe ,Kompromisslösung‘ [blieb]“.1 Bertolt Brecht (1898–1956) etwa versuchte in seinem Gedicht Über die Bezeichnung Emigranten (1937) die aus ihrer europäischen Heimat Vertriebenen, die oft von nostalgischer Sehnsucht nach der Rückkehr geplagt waren, eher als „Emigranten“ zu definieren; Manfred George (1893–1965) hingegen bemühte sich in New York, die Zugehörigkeit zum damals von den Nationalsozialisten verwüsteten Europa möglichst zu vermeiden, und betonte in seiner Exilzeitschrift Aufbau mit der Bezeichnung „Immigranten“ die strategische Integration in die amerikanische Gesellschaft.2 Hinzu kommt, dass unter dem Begriff ,Flüchtlinge‘ zwar auch Menschen verstanden werden, die aufgrund von Kriegswirren, Naturkatastrophen oder auf eigenen Wunsch in einem anderen Land Zuflucht suchen; doch Schriftsteller*innen wie Thomas Mann (1875–1955), Lion Feuchtwanger (1884–1958), Stefan Zweig (1881–1942), Nelly Sachs (1891–1970) sind so stark von ihrem literarischen Erfolg geprägt, dass sie bislang nicht mit diesem Begriff identifiziert werden.3 Hält man sich aber nur allein die fast endlosen Schwierigkeiten vor Augen, die allein die Beschaffung von Pässen und Aufenthaltserlaubnissen für Thomas Mann und seine Familie bedeutete, so tritt diese auf den ersten Blick plausible Abgrenzung der Schriftsteller von anderen Geflüchteten zurück.4 KW - exilliteratur, weltliteratur, eine, einführung ER -