%0 Journal Article %D 2026 %C Berlin, Germany %I Peter Lang Verlag %J Jahrbuch für Internationale Germanistik %@ 2235-1280 %N 2 %V 57 %T Rezensionen / Reviews %R 10.3726/JIG572_367 %U https://www.peterlang.com/document/1695816 %X Kaum ein anderes Werk eines namhaften Autors im 20. Jahrhundert ist lange so ignoriert worden wie Thomas Manns Doktor Faustus ‒ vom Publikum wie von der zumindest deutschen Literaturgeschichtsschreibung. Tom Kindt hat in einer Studie von 2021, die auch am Beginn von Beßlichs Arbeit diskutiert wird, zum unzuverlässigen Erzähler (auch wenn er Zeitblom als zuverlässigen Erzähler stilisieren will) naheliegenderweise davon gesprochen, dass der Roman zumeist „wenig Beachtung“ gefunden hat. Dass die traditionelle Sichtweise, die er umreißt, aus einer Reihe von Gründen dem Roman nicht gerecht werden konnte, wurde vor Kindts Arbeit nur wenig erwogen.1 Dass es noch weitere Gründe für das Ignorieren des Romans (und Thomas Manns) in der Zeit nach 1945 gab, mag hier nur kurz erwähnt werden; man denke an die hässlichen Kommentare aus dem wiederauferstandenen Kulturleben in der BRD, nicht nur aus dem Mund der inneren Emigranten,. Dass der Roman auf wenig Interesse stieß, kann auch an dem liegen, was Barbara Beßlich im ersten Kapitel beschreibt: Zeitblom und der Nationalsozialismus, und in der Schlussbetrachtung. Unzuverlässiges Erzählen nach dem Krieg ausführt. Oder, wie Hans Rudolf Vaget es formuliert: es war „eine harsche, unwillkommene Deutschland-Kritik, der man sich unter der Nachwirkung von zwölf Jahren Propaganda und aus Gründen des Selbstschutzes nicht stellen wollte“.2 %K rezensionen, reviews