%0 Journal Article %A Ralf Lützelschwab %D 2026 %C Berlin, Germany %I Peter Lang Verlag %J Mediaevistik %@ 2199-806X %N 1 %V 39 %T Hans-Jürgen Becker, Die päpstlichen Wahlkapitulationen. 1. Halbband: Einführung, 2. Halbband: Edition. Päpste und Papsttum, 51. Stuttgart: Hiersemann 2024, XIII, 1138 S. %R 10.3726/med.2026.01.12 %U https://www.peterlang.com/document/1748909 %X Die Neuwahl eines Papstes folgte (und folgt) strengen Regeln, genauer: den schriftlich fixierten Bestimmungen von Konklaveordnungen. Daneben aber gab es einen Bereich unterhalb bzw. neben den rechtlichen Verfügungen – informelle Gespräche im Vorfeld, ein Sondieren der kirchenpolitischen Großwetterlage, ein Abchecken potentieller Kandidaten. Wollte man die erforderliche 2/3-Mehrheit für einen von ihnen erreichen, waren also im Vorfeld Absprachen nötig – Absprachen, aber keinesfalls Geheimbündnisse oder gar Verschwörungen. Die Freiheit der Wahl musste in jedem Falle gewährleistet bleiben, den Verlockungen des Stimmkaufs galt es entschieden entgegenzutreten. Aussprachen über die Qualifikation einzelner Kandidaten blieben jedoch erlaubt. In diesem Zusammenhang wurden auch Erfolge und Misserfolge des vergangenen Pontifikats diskutiert und danach ein Anforderungsprofil für den nächsten Pontifex skizziert und ein Aufgabenprogramm erstellt. Um sicherzustellen, dass genau dieses Programm nach vollzogener Wahl Berücksichtigung fand, verpflichtete sich jeder Kardinal vor der Wahl in einer Wahlkapitulation zu dessen Umsetzung.