%0 Journal Article %A Albrecht Classen %D 2026 %C Berlin, Germany %I Peter Lang Verlag %J Mediaevistik %@ 2199-806X %N 1 %V 39 %T Gottfried von Straßburg, Tristan und Isolde: Kritische Edition des Romanfragments auf Basis der Handschriften des frühen X-Astes unter Berücksichtigung der gesamten Überlieferung. Hrsg. von Tomas Tomasek in Zusammenarbeit mit Frank Schäfer. 2 Bde: Textband und Begleitband. Basel: Schwabe Verlag, 2024, XI, 379 und 676 S. %R 10.3726/med.2026.01.84 %U https://www.peterlang.com/document/1748994 %X Der große Moment ist endlich gekommen, wie man getrost hier sagen darf, dass uns endlich eine umfassende, alle Vollhandschriften und Fragmente berücksichtigende neue und komplett kommentierte Ausgabe von Gottfrieds von Straßburg Tristan in die Hand gegeben worden ist. Die Forschung hat seit dem 19. Jahrhundert in immer wieder neuen Ansätzen darum gerungen, sich ein klares Bild der Überlieferungslage zu schaffen und darauf aufbauend eine verlässliche kritische Ausgabe zu erstellen, aber im Grunde genommen ist man seit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts stecken geblieben (Ranke und Marold). Alle weiteren Versuche, sich umfassend dieser philologischen Aufgabe zu stellen, sind als gescheitert anzusehen, aber nun haben endlich Tomas Tomasek und ein großer Stab von Mitarbeitern über viele Jahre hinweg das gesamte Textcorpus gründlichst durchforstet und sich auf das Leithandschriftenprinzip festgelegt, womit die Handschriften M (München) und H (Heidelberg) als unkontaminierte Ganzhandschriften prominente Vorrangstellung bekommen, denn sie erweisen sich als unmittelbar abhängig von dem entscheidenden Vorläufer *X, einem archetypischen Textzeugen, auch wenn beide jeweils ihre eigenen Fehler aufweisen und ergänzungsbedürftig sind. Der Schreiber von H war ein gründlicher und sorgfältiger Kopist, der nur einige Flüchtigkeitsfehler beging, während der Schreiber von M deutlich in die Vorlage eingegriffen und sie verändert hat.