%0 Journal Article %A Albrecht Classen %D 2026 %C Berlin, Germany %I Peter Lang Verlag %J Mediaevistik %@ 2199-806X %N 1 %V 39 %T Martin Sebastian Hammer, Metalepsen im höfischen Roman: Narratologische Analyse und poetologische Interpretation anhand von Erec, Parzival und Wildhelm von Österreich. Bibliotheca Germanica, 81. Tübingen: Narr Francke Attempto, 2025, 255 S. %R 10.3726/med.2026.01.86 %U https://www.peterlang.com/document/1748996 %X Auch wenn man in der bisherigen mediävistischen Forschung weniger von Metalepsen gesprochen hat, lassen sich diese doch viel häufiger in den höfischen Roman jedenfalls seit dem Ende des 12. Jahrhunderts entdecken, als wir gedacht hätten. In seiner Oldenburger Dissertation, im Sommersemester 2024 angenommen und dann auch mit dem Preis für herausragende Promotion der Universitätsgesellschaft Oldenburg ausgezeichnet, beschäftigt sich Martin Sebastian Hammer mit einem in der modernen Narratologie (Genette) entwickelten Begriff, den er sehr gewinnbringend für die Analyse seiner ausgewählten Texte anzuwenden versteht. Zwar wirkt es etwas schwierig, den Unterschied zwischen histoire, narration, Fiktionalität, Medialität, Performanz etc. genauer zu erkennen, so erweist sich das Bemühen, metaleptisches Erzählen auch in mittelalterlichen Texten zu identifizieren, als keineswegs abwegig oder abstrakt. Schließlich lässt sich Metalepse relativ einfach als den Ausbruch des Erzählers aus seinem fiktionalen Vortrag und seine Hinwendung an das Publikum oder eine höhere Instanz (Gott, Frau Aventiure etc.) begreifen. Dies bedeutet, dass der narrative Fluss und die Metalepse zeitgleich gestaltet sind (Simultaneität), womit der Roman letztlich an Relevanz gewinnt, denn der Vortrag über den fiktionalen Protagonisten seitens des Erzählers/Autors erwirbt dabei einen besonderen Grad der Authentizität.