%0 Journal Article %A Ersin Münüklü %D 2026 %C Berlin, Germany %I Peter Lang Verlag %J literatur für leser:innen %@ 0343-1657 %N 2 %V 48 %T Stil ohne Subjekt? Literarische Textproduktion im Zeitalter generativer KI %R 10.3726/lfl.2025.02.02 %U https://www.peterlang.com/document/1749360 %X Der Beitrag untersucht, ob generative KI-Systeme zu einem eigenständigen literarischen Stil fähig sind. Ausgehend von einem literaturwissenschaftlich fundierten Stil- und Literaturbegriff werden promptbasierte Texte von ChatGPT-5.2, Gemini 3 und Claude Sonnet 4.5 im Close Reading mit menschlich verfassten Referenztexten (Judith Hermann, W. G. Sebald, Terézia Mora, Hannes Bajohr) verglichen. Eine Blindtest-Umfrage (n = 183) zeigt, dass KI-Texte deutlich unterhalb des Zufallsniveaus als solche erkannt werden (37,7% bei einem Zufallsniveau von 50 %). Die Teilnehmenden konnten KI-Texte nicht zuverlässig erkennen. Die literaturwissenschaftliche Analyse identifiziert systemische KI-Muster– Kohärenz ohne Reibung, szenische Vollständigkeit, fehlende Idiosynkrasie – als Folge optimierter Textproduktion. Ob diese Eigenschaften einen Mangel oder eine neue ästhetische Kategorie darstellen, hängt weniger vom Text als von der Lesehaltung ab. %K Generative KI, Literarischer Stil, Stilanalyse, Autorschaft, Mensch-Maschine-Kollaboration