%0 Journal Article %A Thomas Wegmann %A Hans-Georg von Arburg %D 2026 %C Berlin, Germany %I Peter Lang Verlag %J Zeitschrift für Germanistik %@ 2235-1272 %N 3 %V 36 %T Literarisches Eigentum %B Einleitung %R 10.3726/92179_549 %U https://www.peterlang.com/document/1750789 %X Rebecca F. Kuang, so lesen wir in der deutschen Version des gleichnamigen Wikipedia-Artikels, ist eine amerikanische Schriftstellerin chinesischer Herkunft. Was scheinbar eine nüchterne Information darstellt, erweist sich bei genauerem Hinsehen als Teil eines wirkmächtigen Diskurses. In seinem Schatten wird eine zwar unerzählte, aber zumindest angedeutete Geschichte aktualisiert: Eine individuelle Biographie bringt zwei kulturell höchst disparate und politisch konkurrierende Nationen zusammen, die zu einer mehrschichtigen Herkunftserzählung miteinander verschmelzen. Diese multikulturelle und gleichzeitig ambige Genealogie scheint für das Schaffen der erfolgreichen Fantasy-Autorin Kuang in einem Maße bemerkenswert, dass die meistzitierte Enzyklopädie unserer Tage sie zum Kernmerkmal erklärt – obwohl Kuang bereits im Alter von vier Jahren mit ihrer Familie China verließ und in die USA emigrierte.