TY - JOUR AU - Michael Dallapiazza PY - 2026 CY - Berlin, Germany PB - Peter Lang Verlag JF - Jahrbuch für Internationale Germanistik IS - 2 VL - 58 SN - 2235-1280 TI - Jutta Linder (Hrsg.): Weltpolitik/Weltfrieden. Thomas Mann zur Zeit des Kalten Krieges. Frankfurt am Main: Vittorio Klostermann 2024, 272 S. (= Thomas-Mann-Studien 59). DO - 10.3726/JIG582_377 UR - https://www.peterlang.com/document/1753606 N2 - Thomas Mann, der nie nach Deutschland zuruckwollte, war nach 1945 unter den vielen Emigranten, die fast ausschließlich Abneigung erfahren mussten, vielleicht der Unerwunschteste. Hermann Kurzke hatte in seiner Biographie eine weit auseinanderklaffende Schere von offizieller Huldigung und heimlichem Hass konstatiert. Denkt man an die beruchtigten fruhen, sich wissenschaftlich verstehenden Stellungnahmen zum gerade Amerika verlassenden Thomas Mann, geschrieben von ehemaligen und nun die Germanistik pragenden Nationalsozialisten wie Friedrich Sieburg und Hans E. Schneider / Hans Schwerte, so kann der Hass kaum heimlich genannt werden. Gerade Friedrich Sieburgs 1949 Manns ersten Deutschlandbesuch kommentierender und Frieden mit Thomas Mann betitelter Aufsatz, der scheinbar versohnlich den „großen“ und „verehrten“ Dichter zu begrüßen vorgab, ist von unbeschreiblicher Perfidie. Was viele, auch aus der sogenannten ‚inneren Emigration‘ – etwa Frank Thiess – an Thomas Mann störte, war nicht nur der in englischer Sprache 1945 gehaltene Vortrag Deutschland und die Deutschen und der darin enthaltende Satz, dass „es nicht zwei Deutschland gibt, ein böses und ein gutes, sondern nur eines, dem sein Bestes durch Teufelslist zum Bösen ausschlug“, sondern dass Thomas Mann sich dann 1949 sowohl in Westdeutschland als auch in Ostdeutschland mit dem Goethe-Preis auszeichnen ließ. KW - jutta, linder, hrsg, weltpolitik/weltfrieden, thomas, mann, zeit, kalten, krieges, frankfurt, main, vittorio, klostermann, thomas-mann-studien ER -