%0 Journal Article %A Andrea Komlosy %D 2026 %C Berlin, Germany %I Peter Lang Verlag %J Zeitschrift für Weltgeschichte %@ 2199-8086 %N 1 %V 25 %T Das Zeitalter der Imperien. Europa und seine Imperien 1814–1914. 20–22. November 2024, Széchenyi István Universität Györ (Ungarn). %R 10.3726/ZWG01202611 %U https://www.peterlang.com/document/1754785 %X Veranstaltet von Attila Barna und Balácz Pálvölgyi vom Lehrstuhl für Rechtsgeschichte an der Fakultät für Rechts- und Politikwissenschaften an der Széchenyi István Universität, traf in Györ eine internationale Schar von Rechtswissenschaftlern und Historikern zusammen, um die Expansion des europäischen Kolonialismus, seine Auswirkungen auf Nationsbildung und die globale Durchsetzung der europäischen Rechtsordnung zu erörtern. Am Beginn jeder Session stand die Keynote eines Gastredners: Luigi Nuzzo (Lecce) zeigte am Beispiel der Opiumkriege und der internationalen Intervention gegen den Boxeraufstand (1900/01) in China, wie militärisches Eingreifen humanitär gerahmt und geradezu als Pflicht begriffen wurde – ebenso wie Kolonialkrieg als Mittel zur Zivilisierung. Martin Motte (Paris) stellte mit Admiral Théofile Aube (1826–1890) einen vielseitigen republikanischen Strategen mit schillernder Militär- und Ministerlaufbahn vor, der die Kolonisierung – im direkten Angriff auf die britische Vorherrschaft über die Weltmeere – als Instrument zu Überwindung von Bürgerkrieg und Klassenkampf zugunsten brüderlicher Einheit propagierte. Miles Taylor (London-Berlin) verglich die Berliner Konferenzen zur Neuordnung des Balkan (1878) und Afrikas (1884/5). Gemeinsam mit dem Institut du Droit International bildeten diese den Rahmen für die Umsetzung von Kolonialwissen (Geographie, Ethnologie, Rassenkunde) im Rahmen von Grenzziehungs- und Aufteilungsverträgen in Zusammenarbeit von Staats- und Unternehmensinteressen, der Kontrolle von Handels- und Verkehrswegen und Konzessionsvergabe sowie bei der Etablierung von verbindlichen internationalen Rechtsvorstellungen. Pär Cassel (Michigan) konzentrierte sich auf die Reparationen und Unterwerfungsrituale, die die Interventionsmächte gegen den Boxeraufstand den chinesischen Herrschern aufzwangen; nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Demütigungen jedoch als Ausdruck westlicher Überheblichkeit zurückgewiesen und stärkten die nationale Selbstvergewisserung. %K zeitalter, imperien, europa, november, széchenyi, istván, universität, györ, ungarn