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  • Author or Editor: Université de Lausanne x
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Die Schwierigkeit, ich zu sagen

Rhetorik der Selbstdarstellung in Texten des «Sturm und Drang» Herder - Goethe - Lenz

Université de Lausanne

Die Problematik der Selbstdarstellung im «Sturm und Drang» begegnet dem Leser in einer Vielfalt von Textsorten, in Brief und Tagebuch, Antrittspredigt, Briefroman und szenischer Literatursatire, um nur einige zu nennen. Es gilt, die gattungsspezifische Rhetorik dieser Selbstdarstellungsversuche zu beschreiben. Das «Selbst» wird dabei als Effekt der Darstellung aufgefasst. Verschiedene Gattungen gewähren dem Autor die Möglichkeit, sein «Selbst» auf unterschiedliche Weise zu entwerfen. Die Identität des Individuums ist eine Frage, die sich jedem der drei untersuchten Autoren stellt, die aber von denen beiseitegeschoben wird, die innerhalb der bürgerlichen Lebensformen verbleiben wollen. Derjenige, der sie ins Zentrum seines Schaffens stellt, wird zum Aussenseiter.
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Heinrich von Kleist. Die Abkehr vom Ursprung

Studien zu einer Poetik der verweigerten Kausalität

Michael Wirth and Université de Lausanne

Kleist kehrt das fundamentale Prinzip der Kausalität um. Unter dem Druck, die Komplexität der Geschehnisse zu vermindern, imaginiert der Text erst, nachdem er Wirkungen und Folgeerscheinungen aufgebaut hat, künstlich deren Ursachen. Die Wirkung gerät gleichsam zur unglaubwürdigen Ursache der Ursache und problematisiert sich darin selbst. Betrachtet man den poetischen Ausdruck, die Darstellung, als die Art und Weise der Vorstellung, so bedeutet der Versuch, diese nachzuzeichnen, die Suche nach dem Ursprung der Redebewegung und zugleich auch nach dem von ihr nicht erreichten Erkenntnisziel.
Kleist enttäuscht den Leser, indem er ihm die Ent'täuschung' der Kunst vorführt. Er zeigt ihm, worin die Künstlichkeit des Kunsttextes beruht. Sie formt sich da, wo die Eingabe des Natürlichen, Bekannten sich nicht auf den Punkt hinbewegt, den ihm seine eigene Schwerkraft vorgibt, sondern abgeleitet wird und die Deviation selbst zur Anschauung bringt. Es bildet sich eine der Textrede immanente Gegenläufigkeit heraus. In ihr bestimmt Kleist sein poetologisches Konzept einer Abkehr vom Ursprung als eine Defundierung der narrativen, dramatischen und lyrischen Handlung gleichermassen.