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  • Author or Editor: Agnes Von Wyl x
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Magersüchtige und bulimische Patientinnen erzählen

Eine narrative Studie der Psychodynamik bei Essstörungen

Agnes Von Wyl

Alltagserzählungen von magersüchtigen und bulimischen Patientinnen bilden das Datenmaterial dieser erzählanalytischen Studie. In narrativen Interviews teilen sie Episoden aus ihrem Leben mit, wie es Patienten und Patientinnen in Therapiegesprächen üblicherweise tun. Wie sie diese Episoden dramaturgisch inszenieren, ist nicht zufällig. Sie bedienen sich gestalterischer Mittel, um die Zuhörer für ihre Sicht von sich selbst und der Welt zu gewinnen. Die verwendete erzählanalytische Methode rekonstruiert die Erzählung systematisch und interpretiert sie in der Perspektive psychodynamischer Konflikt- und Beziehungsdiagnostik. Die Resultate zeigen, dass sich das konflikthafte Erleben, die innere Not mit ihren Ängsten, aber auch die Wünsche ans Leben der hier untersuchten Patientengruppen unterscheiden. Sowohl für die Anorexia nervosa wie auch für die Bulimia nervosa konnten je zwei zentrale Konfliktmuster eruiert werden.
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Erzählen als Konfliktdarstellung

Im psychotherapeutischen Alltag und im literarischen Kontext

Brigitte Boothe and Agnes Von Wyl

Alltagserzählungen verweisen auf Vorgefallenes; Erzählungen referieren zwar auf Vorfälle und Begebenheiten der Vergangenheit, dennoch steht die Tätigkeit des Erzählens nicht im Dienst des Faktischen. Wer erzählt, präsentiert nicht Sachverhalte auf der Ebene der Information, sondern persönliches Erleben. Der Erzähler verweist auf Vorgefallenes, um auszudrücken und vorzuführen, in welcher Weise er sich darin verstrickt erlebt. In diesem Sinne ist das Erzählen ein Mittel egozentrischer Artikulation. Man erzählt, was als konflikthafter Gegenstand des persönlichen Interesses im Sinne negativer oder positiver Erregung destabilisierend wirksam ist und soziale Resonanz fordert. Erzählen im Alltag ist eine sprachliche Inszenierung. Der Erzähler führt Regie. Geht man von einer psychodynamischen Konzeption der Inszenierung aus, so lässt sich dieser Befund erstens psychodiagnostisch und psychotherapeutisch umsetzen, zweitens aber auch für die evokative Kunst dichterischen Sprechens als analytischer Zugang fruchtbar machen.
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Psychodynamisches Störungsbild und erzählter Konflikt

Narrative Analyse als diagnostische Urteilsbildung

Brigitte Boothe and Agnes Von Wyl

Ein Gott gab mir zu sagen, was ich leide, lautet ein geflügeltes Wort, das Goethe geprägt hat. Ein Unbewusstes lässt mich darstellen, was ich leide, ergänzt ein Psychoanalytiker, von den Dichtern auf die Menschen des Alltags blickend. Erzählend zeige ich, worunter ich leide – unter diesem Motto stehen die Untersuchungen dieses Bandes. Psychotherapiepatienten mit unterschiedlichen Störungsbildern erzählen auf unterschiedliche Weise. Dies betrifft nicht nur formale Punkte des Erzählens, sondern auch – für Psychoanalytiker besonders interessant – das psychische Anliegen, das sich jeweils auf individuelle Weise darstellt. Drei exemplarische Fallanalysen behandeln Erzählungen eines schizophrenen Patienten, eines Patienten mit narzisstischer Persönlichkeitsorganisation und eines Patienten mit zwanghafter Persönlichkeitsstörung. Zwei weitere Untersuchungen dieses Bandes befassen sich mit männlichen bzw. weiblichen Patienten und Patientinnen, die eine anorektische oder bulimische Essstörung aufweisen.
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Edited by Agnes Von Wyl, Bernhard Strauss, Brigitte Boothe, Grit Schwarzkopf, Philipp Stoellger and Thomas Fuchs

Die Psychoanalyse entstand im Spannungsfeld zwischen verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen, namentlich Psychologie, Pädagogik, Philologie und Philosophie auf der einen, Medizin und Biologie auf der anderen Seite.

Heute ist Psychoanalyse ein vielgestaltiges Praxisfeld und ein verzweigtes Forschungsgebiet über das grosse Gebiet der Psychotherapieforschung hinaus. Gesprächs- und Kulturanalyse, Neurowissenschaft und evolutionäre Psychologie, Bildungswissenschaften und Evolution der Moral, Textanalyse und Interpretation, Erzähl- und Religionsforschung gehören zum Interessenspektrum und verlangen häufig Expertise, die im Dialog mit den Nachbarwissenschaften entsteht.

Umgekehrt profitieren Psychologie, Philosophie, Kultur- und Literaturwissenschaft, Theologie, Medizin und Medienforschung von psychoanalytischen Konzepten, Modellen und Befunden aus den Werkstätten psychoanalytischer Forschung. Die Psychoanalyse bietet eine Fülle differenzierter Beobachtungen und theoretischer Konzepte, die für andere Disziplinen anregend und weiterführend sind. Psychoanalyse im Dialog bedeutet aber auch Psychoanalyse im kontroversen Dialog - ein Dialog zwischen den verschiedenen Fachwissenschaften, die voneinander unterschiedene Erkenntnisziele verfolgen. Auf diese Weise befördert Psychoanalyse eine kritische Argumentationskultur.

Die Reihe «Psychoanalyse im Dialog» ist ein Publikationsforum für wissenschaftliche Studien theoretischer und empirischer Art, in denen psychoanalytisches Denken und Wissen auf neuen Feldern fruchtbar wird. Die Reihe ist offen für wissenschaftliche Monographien, Anthologien und Mehrautorenwerke zu interdisziplinären Projekten. Sie lädt aber auch dazu ein, innovative Formen wissenschaftlicher Darstellung zu erproben – hier hat das psychoanalytische Denken noch ungehobene Schätze zu bieten – und innovative Formen des Dialogs zu führen, zum Beispiel zwischen Kunst und Wissenschaft.