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Theater und Musik für Kinder

Beiträge und Quellen zu Herfurtner, Hiller, Ponsioen, Schwaen, zum Kinderschauspiel und Figurentheater

Gunter Reiß

Der Band vereinigt aktuelle Beiträge ausgewiesener Fachleute zur Geschichte und Gegenwart des Kindertheaters und Kindermusiktheaters. Das Spektrum reicht von den Kinderschauspielen August Rodes von 1776 über das Puppen- und Figurentheater, die Arbeiten der Komponisten Wilfried Hiller, Kurt Schwaen und Guus Ponsioen für das Musiktheater der letzten Jahrzehnte bis hin zum faktenreichen Lagebericht über die gegenwärtige professionelle Kindertheater-Szene. Empirische und bibliographische Daten, historische Dokumente und wissenschaftliche Analysen machen den Band zu einem wichtigen Beitrag zur Kindertheaterforschung. Dem kulturpolitisch Engagierten liefert er darüber hinaus handfeste Argumente für die Forderung: Kinder brauchen (Musik-)Theater!
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Kindertheater und populäre bürgerliche Musikkultur um 1900

Studien zum Weihnachtsmärchen (C. A. Görner, G. v. Bassewitz), zum patriotischen Festspiel, zur Märchenoper, zur Hausmusik (C. Reinecke, E. Fischer) und zur frühen massenmedialen Kinderkultur

Gunter Reiß

Die mit der Entstehung einer modernen Massenkultur im Übergang zum 20. Jahrhundert verbundenen zeitgenössischen Herausforderungen an den künstlerischen und pädagogischen Umgang mit bürgerlichen Kindheitsvorstellungen sind die Basis der in diesem Band geführten Diskussion über verschiedene Formen kindheitsbezogener Kunst. Die Beiträge setzen sich auseinander mit den populären Angeboten eines Theaters für Kinder als Weihnachtsmärchen und als Familienschauspiel, seiner Ideologisierung als patriotisches Festspiel oder seiner Inszenierung als Kinderoper im häuslichen Milieu. Sie widmen sich der Popularisierung der klassischen Musik in der bürgerlichen Wohnstube als Hausmusik und Sozialisationsfaktor, und sie beschreiben das schillernde Abbild inszenierter Kinderszenen auf Bildpostkarten als populäres Kommunikationsmedium. In der Abgrenzung gegenüber den neu aufkommenden Medien (z.B. Film, Massenliteratur) wird deutlich, wie sehr die bürgerliche Kinderkultur um 1900 in Form und Inhalt für die Bewahrung von Tradition und Ideologie funktionalisiert wurde.
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Tradition und Utopie

Eine Werkschau zum 70. Geburtstag des Komponisten Wilfried Hiller

Edited by Gunter Reiß

Die jüngst einsetzende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Werk des Komponisten Wilfried Hiller, geboren 1941, wird hier dokumentiert mit dem Blick auf die Werke der späten Schaffensjahre: Die Analysen reichen vom biografisch-historischen Kontext des Chagall-Zyklus über die zentralen Werke des Hillerschen Kindermusiktheaters ( Das Traumfresserchen, Peter Pan, Pinocchio), die Fallstricke der Nonsense-Oper Die Jagd nach dem Schlarg, die mythologischen Grundlagen des Buchs der Sterne, die Lebensballade Oswald von Wolkenstein bis zu den theologischen Fundamenten der Jesus-Oper Der Sohn des Zimmermanns. Die Verankerung des Hillerschen Œuvres in der Musik- und Kulturgeschichte von rund 2.000 Jahren und die daraus sich entfaltenden musikalischen Utopien prägen die methodologische Breite der hier versammelten interdisziplinären Beiträge. Ein autobiografischer Essay Hillers beschreibt seinen Weg zu Carl Orff.
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Reichsdramaturgie

Kulissen und Choreographien der Macht im NS-Staat

Gunter Reiß

«Reichsdramaturgie» wird definiert als Chiffre für totalitäre Massensuggestion. Sie bezieht sich sowohl auf die Instrumentalisierung des Theaters durch Goebbels als auch auf die Inszenierungsformen des sich als ästhetisches Spektakel präsentierenden faschistischen Staates.
Rückgriffe auf Denk- und Handlungsmuster der NS-Zeit sowie Ausgrenzung und Verfolgung Andersdenkender prägen weiterhin Teile der deutschen Öffentlichkeit und beginnen, demokratische Übereinkünfte und Grundrechte auszuhebeln. Die Analyse der Theatralik des Faschismus bestätigt die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit als einen unverzichtbaren Bestandteil unseres gesellschaftlichen Denkens und Handelns.