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Martin Chen

Der Tod stellt sich theologisch in der Gestalt einer Paradoxie dar: als Folge der Sünde und als Ereignis der Gnade im Hinblick auf den Sühnetod Jesu Christi. Er ist nicht nur ein natürliches Phänomen, sondern auch eine Folge der Abkehr des Menschen von Gottes angebotener und gemeinschaftsstiftender Liebe. Er ist damit die Abkehr von Gott und die Ablehnung der menschlichen Grundausrichtung auf Gott hin. Dennoch wird der Tod zum Weg des Heils, insofern er als Mitsterben mit Christus erfahren wird, der durch seinen sühnenden Tod und seine Auferstehung die von der Sünde bewirkte Trennung zwischen Gott und dem Menschen überwunden hat. Wegen des sühnenden Heilstodes Jesu Christi kann ein Christ das gegenwärtige Leben sinnvoll gestalten und so dem vollendeten ewigen Leben getrost entgegengehen.