Search Results

You are looking at 1 - 10 of 10 items for

  • Author or Editor: Ralph Köhnen x
Clear All Modify Search
Restricted access

Selbstpoetik 1800-2000

Ich-Identität als literarisches Zeichenrecycling

Ralph Köhnen

Die Idee des «invent yourself», der Ich-Konstruktion mit künstlerischen Mitteln hat bei aller Aktualität auch eine lange Tradition, die bis in die griechische Antike zurückweist. Im 18. Jahrhundert bahnt sich eine Entwicklung an, in der das Ich als ein ästhetisch geformtes begriffen wird: Anthropologie und Ästhetik geben zunächst dem privilegierten Autor die Möglichkeit zum Selbstentwurf, mit der Romantik wird dann das Angebot an alle anderen ausgeweitet. Knapp 20 Beispiele von Herder über Nietzsche bis zu Autoren der Gegenwart sollen zeigen, wie sich solche Technologien des Selbst in Literatur, bildender Kunst und Philosophie entwickelt haben, wenn dabei das Ich auf kulturelle Stereotypen oder Ikonografien greift und diese variiert, also ein Zeichenrecycling in der Literatur betreibt.
Restricted access

Der Druck der Erfahrung treibt die Sprache in die Dichtung

Bildlichkeit in Texten Herta Müllers

Ralph Köhnen

Der Druck der politischen Erfahrungen in Rumänien wie auch in der Bundesrepublik und deren dichterische Sublimation sind zwei Pole, die die Texte Herta Müllers bestimmen. Damit wird ein ambivalenter Lesehorizont eröffnet: Schreiben mit autobiographischen Elementen einerseits, andererseits dessen Objektivierung, Verstellung und Hermetisierung beim Medienwechsel in das gedruckte Wort - eine «autofiktionale» Schreibhaltung also, die in der Verselbständigung des Sprachmaterials von einer eigentümlichen Lust am Text zeugt und dabei für den biographischen Hintergrund transparent bleibt. Insgesamt will der Band die in der Literaturwissenschaft noch sparsamen Diskussionen über Herta Müllers Texte mit neuen, u.a. an Derrida orientierten Interpretationsansätzen erweitern und fördern.
Restricted access

Wege zur Kultur

Perspektiven für einen integrativen Deutschunterricht- Germanistentag der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer in Bochum vom 29. September bis 2. Oktober 1996

Ralph Köhnen

Deutschunterricht ist Kulturunterricht. Es geht stets um mehr als den Spracherwerb, die grammatische Reflexion oder den Umgang mit Texten: Um deren Bedeutung für die Lebenswelt, ferner um die Fortgeltung von Traditionen und um die Bedeutung für die Bewältigung von Zukunft. Kultur ist das Band, das alle Teilaufgaben miteinander verbindet und ihnen Zieldimensionen vermittelt. Solche Themen, die auch für einen neu konzipierten Deutschunterricht relevant sind, wurden beim Germanistentag 1996 in Bochum aufgeworfen, theoretisch diskutiert und mit vielen Beispielen für den Unterricht behandelt. Der Tagungsband umfaßt die dort gehaltenen Sektions- und Plenarvorträge.
Restricted access

Philologie im Wunderland

Medienkultur im Deutschunterricht

Ralph Köhnen

Daß das Schreibwerkzeug mitarbeitet an unseren Gedanken, ist eine Einsicht, die seit Nietzsches Erfahrungen mit der Schreibmaschine virulent ist und nunmehr im digitalisierten Umgang mit Texten spürbar wird. Es geht also um mehr als nur um einen - möglichen - Wechsel des Leitmediums: um Wahrnehmung unter veränderten technischen Bedingungen, um ein verändertes Textverständnis bzw. veränderte «Sinnerfahrung» oder um ein simultaneous engineering von Autor und Leser. Die erste Hälfte des Bandes umfaßt diesbezügliche theoretische Grundlegungen. In der zweiten Hälfte wird die Brauchbarkeit von Medien im Deutschunterricht reflektiert, und es werden speziell die neuen Möglichkeiten elektronischer Textverarbeitung erläutert bzw. an Beispielen dargestellt.
Restricted access

Denkbilder

Wandlungen literarischen und ästhetischen Sprechens in der Moderne

Ralph Köhnen

Bildlichkeit ist eine zentrale Kategorie nicht nur der Ästhetik seit Mitte des 18. Jahrhunderts, sondern mittlerweile auch eines Alltags, der immer stärker bildmedial erfahrbar wird. Dies hat auch diese Aufsatzsammlung über Denkbilder motiviert, kurze literarische Texte also, die einen anschaulichen Moment entfalten und seine Subjektivität prägnant werden lassen für allgemeingültige Zusammenhänge. In einem historischen Längsschnitt von Winckelmann/Lessing bis Handke/Ransmayr soll deutlich werden, wie der Bildanteil die Sprache verflüssigt und feste Bedeutungsgefüge lockert, zumal in Zeiten der Krise der Repräsentanz. Dadurch ergeben sich neue Möglichkeiten des literarischen Sprechens, die interdisziplinär in ihren historischen Zusammenhängen dargestellt werden.
Restricted access

«Die Zauberflöte» und das «Populare»

Eine kleine Mediologie der Unterhaltungskunst

Ralph Köhnen

Das Libretto der «Zauberflöte» bildet ein komplexes Netzwerk aufklärerischer Diskurse. Themen wie Humanität, Freimaurerei, ägyptische Mythologie, die Französische Revolution, künstlerische Raffinesse, Liebe sowie Formen der Herrschaft unterzieht der Autor einer mediologischen Analyse. Anhand der Oper stellt er den Beginn der kommerziellen Unterhaltungskunst dar und präsentiert die Strategien des Theaterunternehmers Schikaneder, den Publikumsgeschmack zu erobern und eine raffinierte Ästhetik der Illusionsbildung zu betreiben. So zeigt dieses Buch, dass das Erfolgsgeheimnis der Oper darin besteht, ein Hybrid aus Elementen des ‚Populären’, wie Mozart es bezeichnete, und der Hochkultur zu formen.

Open access

Selbstoptimierung

Eine kritische Diskursgeschichte des Tagebuchs

Series:

Ralph Köhnen

Lebenskunst hat Konjunktur: Offenbar ist der Traum, das Leben als Gesamtkunstwerk einzurichten, zur ethischen Maxime geworden. Beteiligt ist dabei seit der Antike das Motiv von Selbsterforschung bzw. Selbstbesserung, das über die Frühe Neuzeit bis in die Gegenwart wirksam geblieben ist. Tagebücher sind dabei ein notwendiges Begleitmedium gewesen und haben wechselhafte Formen angenommen, die von religiösen, wirtschaftlichen, psychologischen und medizinischen Aufschreibesystemen bestimmt worden sind. In diesem umfassenden mediologischen Sinn untersucht der Autor Programme der Selbstschrift und stellt diese an Beispielen dar, die sich von Pacioli über Pepys, Leibniz, Herder, Moritz, Goethe, Hebbel, Schmitt, Jünger oder Rainald Goetz bis in die Gegenwart der Social Media erstrecken.

Restricted access

Die Medialität des Traumas

Eine Archäologie der Gegenwartskultur

Ralph Köhnen and Sebastian Scholz

Der Traumabegriff hat einen medizinischen Ursprung: Somatisch bezeichnet er die Verletzung, psychologisch diejenige negative Extremerfahrung, bei der anflutende Reize nicht mehr adäquat verarbeitet werden können und unauslöschlich im Gedächtnis wirken. Dies betrifft nicht nur individuelle, sondern ebenso kollektive und transgenerationelle Traumatisierungen. In den kulturwissenschaftlichen Debatten ist allerdings bislang zu wenig berücksichtigt worden, dass das Trauma auch zum Material produktiver Prozesse werden kann, die ästhetischen Eigenwert und mediale Relevanz aufweisen. Diese Aspekte sollen hier im Begriff der Medialität ebenso gebündelt werden wie Fragen nach komplexen sozialen Institutionen, symbolischen Ausdruckssystemen und politischen Praktiken, die sowohl technische als auch nichttechnische Medien umfassen – Prozesse der Mitteilung, in denen sich das eigentlich nicht Mitteilbare der traumatischen Erfahrung äußert.
Restricted access

Lust am Kanon

Denkbilder in Literatur und Unterricht

Susanne Knoche, Lennart Koch and Ralph Köhnen

Die Kanon-Diskussion ist Ausdruck einer verunsicherten Leserschaft. Schüler und Studierende fragen verstärkt nach verbindlichen Leselisten, um gezielt lesen zu können und literarische und kulturelle Kompetenzen auszuprägen. Das Themenangebot des Bandes kommt diesem Bedürfnis nach und berücksichtigt in den Einzelbeiträgen wichtige Texte aus Mythen, Märchen und moderner Literatur. Die ‘Denkbilder’ – im Sinne Walter Benjamins zur eigenständigen literaturwissenschaftlichen Kategorie avanciert – stehen dabei jeweils im Mittelpunkt der Interpretationen. Es handelt sich um prägnante literarische Bilder, die meist den Kern der Texte ausmachen. Sie bilden ein Sinnzentrum von philosophischen Einsichten, Erinnerungsräumen und diskursiven Bedingungen der Gesellschaft.
Restricted access

Edited by Natalie Binczek, Benedikt Jeßing, Nicola Kaminski, Ralph Köhnen, Armin Schäfer, Sebastian Susteck and Carsten Zelle

Die 1986 von Paul Gerhard Klussmann begründete Reihe Bochumer Schriften zur deutschen Literatur verstand sich als publizistische Plattform für neugermanistische Dissertationen, die am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität verfasst und/oder von einem Mitglied des Herausgebergremiums betreut wurden. Bis 2013 erschienen 75 Bände.
Eine 2014 erfolgte Neuausrichtung öffnet die Reihe über qualitativ anspruchsvolle, mindestens mit magna cum laude benotete Dissertationen hinaus auch für andere Publikationsformen unter Bochumer (Mit-)Autorschaft oder (Mit-)Herausgeberschaft.
Die NEUE FOLGE der Bochumer Schriften zur deutschen Literatur will so die Arbeit und das Profil der Bochumer Neugermanistik, insbesondere auch der dort forschenden Nachwuchswissenschaftler/innen, dokumentieren.
Das Style Sheet für die Reihe kann hier abgerufen werden.

Die Bände 1 - 75 sind unter dem Titel Bochumer Schriften zur deutschen Literatur erschienen.