Search Results

You are looking at 1 - 9 of 9 items for

  • Author or Editor: Wolfgang Wittkowski x
Clear All Modify Search
Restricted access

Leidenschaft und Ordnung

Romantiker und Realisten – Über deutsche Dichtungen 8

Wolfgang Wittkowski

Manche Romantiker drücken Leidenschaft und deren Bändigung mit musikartigen Mitteln aus – hier Friedrich Schlegel und E.T.A. Hoffmann. Die psychologisch versierten Realisten tun es durch den rhythmischen Atem des Erzählens, des Dramas; ferner mit Skepsis, Resignation, Humor, den unvermeidlichen Konsequenzen: Keller, Raabe, Fontane – oder auch durch Kunst: Eichendorff und Mörike. Verhalten beschwört Stifter den Vulkanismus der Herzen und den Rückschlag der natürlichen Gesetze. Schockiert wird das Biedermeier-Bild durch Jedermannsfiguren, geliefert von dem Agnostiker Grillparzer in der Perspektive der Welttheaterbühne, von der katholischen Droste-Hülshoff und dem pietistischen Protestanten Büchner. In zunehmend glaubensloser Zeit verweisen alle drei mit versteckten Signalen der Liturgie auf den Sinn der umstrittenen Schlüsse.
Restricted access

Kleist

Wert-Ethik, Wahrheit, Widerstand und Wieder-Auf-Er-Stehung- Über deutsche Dichtungen 6

Wolfgang Wittkowski

Kleists Dramen- und Erzählfiguren, Männer und besonders Frauen, wiederauferstanden aus Krisen, erstehen als Retter und Helden des Guten und Wahren auch im Erliegen gegen die Gewalttätigkeit von Männern und Mächten. Kleists Eroberer-, Autoritäts- und Ideologiekritik operiert ironisch verborgen, spielt im Kohlhaas auf die preußischen Rechtsreformen an und rechtfertigt den Helden durch geheime Bibel-Analogien. Das Ringen um die meist überzeugende Lesart erfordert eingehende Auseinandersetzung mit der zeitgeistgebundenen Forschung. Alle Interpretationen sind Überarbeitungen früherer Veröffentlichungen.
Restricted access

Hausväter

im Drama Lessings und des Sturms und Drangs- Über deutsche Dichtungen 7

Wolfgang Wittkowski

Restricted access

Georg Büchner

Rückblick und Einblick- Über deutsche Dichtungen 4

Wolfgang Wittkowski

Die überarbeiteten Aufsätze des humanistischen Agnostikers Wittkowski über Georg Büchner antworten der geläufigen Atheismus-Deutung des angeblichen Marx-Vorläufers mit der These eines ethisch-religiösen Engagements für gesellschaftlichen Fortschritt. Gegen einen ethisch indifferenten oder brutalen Zynismus ebenso wie gegen das konventionell-bequeme Christentum beschwört Büchner die pietistische Härte des Ärgernis-Evangeliums und die philosophische Metaphysik des verborgenen Gottes – allerdings ironisch so versteckt, daß Mißverständnisse unterlaufen können – und auch sollen: Quittung für ethisches Versagen der Figuren und zugleich der Leser, wenn sie gleichfalls nicht erkennen und damit auch die ethische Bewährungsprobe nicht bestehen. Derart schuf Gott die menschliche Natur, deren Folgen er dennoch richtet. Wie der gleichfalls 1813 geborene Hebbel (-1863) wirft Büchner (-1837) die Dialektik des Lebens in die Gottheit selbst und führt damit die deutsche metaphysische Tragödie an ihr Ende. Nur geht ihm zufolge der Mensch durch Schmerz und Leiden ein zu Gott.
Restricted access

Goethe

Homo homini lupus – Homo homini deus- Über deutsche Dichtungen 2

Wolfgang Wittkowski

Beachtet man die lange vernachlässigten Phänomene ethischer Natur, befreien sich zentrale Werke Goethes von weitergeschleppter altväterischer wie neumodisch-ideologischer Verfälschung. Sie geraten auf die Füße und erweisen Goethes menschliche, ästhetische und politische Weisheit als so allgemeingültig, daß sie heute eher noch aktueller, unentbehrlicher erscheint. Äußerlich angepaßt und diplomatisch, opponierte der Dichter subversiv. So rebelliert Iphigenie gegen religiösen und weltlichen Autoritätsmißbrauch, desgleichen die unerhört analytische Liebestragödie Tasso gegen Hofdünkel. Angeblich unpolitisch, bewährt Egmont ethisch-politisches Genie in Anlehnung an Machiavelli. Der schlichte Hermann übertrifft Dorotheas imponierenden ersten Verlobten und Sympathisanten der Revolution. Die natürliche Tochter, Faust entlarven Betrug und Machtwillen hinter schönklingenden Parolen. Mit umsichtiger Diätetik der Seele, der Ethik und seiner polar ausbalancierten Kunst warnt Goethe vor dem Menschen, der an anderen zum Wolf, und rühmt ihn, wo er an ihnen zum Gott, zur Göttin wird.
Restricted access

Wolfgang Wittkowski

Stärker als üblich in der Literaturwissenschaft betonte der Verfasser stets die Werte, d.h. die ethischen Motive und Folgen menschlichen Verhaltens in der Sicht dichterischer Werke. In den hier gesammelten Studien erläutert er sie, wie sie sich ihm an den Texten und Strukturen phänomenologisch sowie im historischen Kontext der Werke darstellten. - Große Dichtung liefert selten Klartexte. Welche ethischen Wertpositionen den Vorrang haben sollen, wird oft verschleiert und nur angedeutet, um Konflikte zu vermeiden; vor allem aber, um den Leser als Leser und als Mensch zu testen und womöglich zu fördern. Die Aufdeckung solcher Verfahrensweisen macht die Werklektüre fesselnd. Zugleich erscheint die behandelte Literatur in aktuellem und wissenschaftlich neuem Licht, fügt sich aber nun vielfach überraschend leicht in ihre historischen Kontexte.
Restricted access

Religiöse Geheimsignale

Ethik. Bibel. Kirchenjahr- Über deutsche Dichtungen 1

Wolfgang Wittkowski

Immer schlüssiger, rebellischer und kunstvoller vermitteln einige deutsche Dichter von U. Johnson ( Jahrestage) über A.v. Droste-Hülshoff ( Judenbuche) bis Kleist ( Kohlhaas) ihr verborgenes und daher umstrittenes Urteil über das Geschehen durch verworrene Gebotsnummern (Fontane) und vor allem durch Daten, die – über religiöse Feste und die Liturgien – auf Bibelstellen verweisen. Deren rigorose Appelle und Drohungen stützen – gleichsam unsichtbar, vom Himmel – mit metaphysischer Autorität die gewöhnlich nicht befolgten, unscheinbaren Mahnungen zu ethischer Humanität. Ethisches und Lese-Urteil werden Bewährungsproben unterworfen, vor denen die heutige Kritik immer mehr versagt.
Restricted access

Die Tragödien Friedrich Hebbels

Ihre Aktualität heute - Über deutsche Dichtungen 3

Wolfgang Wittkowski

Die in diesem Band versammelten und zum Teil erheblich überarbeiteten Aufsätze des Autors zeigen, daß die Geschichtstragödien Hebbels ihre Themen überzeitlich gestalten und sich daher lesen wie Kommentare, ja Lehrstücke zu aktuellen Problemen. Neben erotischer und ehelicher Kommunikation sind das z.B. die politisch-militärischen Verfahren um 2000; kollektive Selbstzerstörung durch Täuschung und Gewalt; Kriegermentalität; Ideologie- und Autoritätshörigkeit; bornierte Sexual- und Reputationsmoral usw. Wertverhältnisse, -konflikte und deren Lösungen, Tragik und Tragik-Attitüde ergeben: Der Betrüger wird betrogen – Mensch und Masse wollen es werden. Der Dualismus, die Kehrseite aller Dinge, allen Rechts, stimmt pessimistisch und fordert unermüdliches Bemühen der Regenten, die Hebbel immer idealer entwirft. – Ethische Psychologie interpretiert die Dialoge und die Wandlungen der Hauptfiguren.
Restricted access

Schiller

Ethik, Politik und Nemesis im Drama

Wolfgang Wittkowski and Stephanie Kufner

Die in diesem Buch gesammelten neuen und überarbeiteten Interpretationen aller großen Dramen Schillers nach den Räubern akzentuieren die Moralpsychologie der Charaktere und die Rolle der Nemesis. Zentrum ist Schillers Demontage des Ideologen Marquis Posa. Den Anstoß schon zur ersten Fassung des Kapitels gab die damalige Studentin Stephanie Kufner. Sie kommt in Auseinandersetzung mit der hier besonders engagierten Forschung zu Wort sowie mit Seminarreferaten zu Fiesko und Kabale und Liebe. Sie klärt die Moralpsychologie der Charaktere und das anvisierte Regenten-Ideal. Im Gegensatz zu dessen Milde stattet die meist übersehene Nemesis ihre Werkzeuge mit einem Tätertum aus, das man etwa an Maria Stuart bemängelt und bei Tell sogar ersetzt durch unangebrachtes Schuldgefühl wegen des Tyrannenmordes statt wegen des dafür notwendigen Schusses auf das Kind.