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Vom bürgerlichen zum sozialen Trauerspiel Gerhart Hauptmanns

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Marc J. Schweissinger

In diesem Buch geht der Autor der Frage nach, inwiefern sich die beiden Dramen Dorothea Angermann und Vor Sonnenuntergang Gerhart Hauptmanns von ihren Vorgängern unterscheiden und wie sie sich literaturgeschichtlich einordnen lassen. Die beiden Schauspiele wurden von Hauptmann zur Zeit der ersten deutschen Demokratie der Weimarer Republik verfasst und behandeln neben den individuellen Umständen einzelner Figuren die sozialen, politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse ihrer Zeit. Im Mittelpunkt steht das etablierte Bürgertum. Verbindungslinien zum bürgerlichen Trauerspiel Lessings, Schillers, Lenz, Klingers usw. und dem sozialen Trauerspiel Helds und Halbes verdeutlichten, dass Hauptmann sich durchaus an seinen Vorgängern orientiert. Er schafft mit seinem sozialen Trauerspiel aber eine ganz eigenwillige Dramenform, die dem Bürgertum seiner Zeit unangenehme Fragen stellt und unbequeme Wahrheiten vor Augen führt. Schweissinger weist nach, dass die beiden Dramen Hauptmanns weder als klassische Tragödien noch als bürgerliche Trauerspiele oder soziale Dramen klassifiziert werden können, stattdessen nach eigenen Definitionen verlangen.

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Vorwort

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Das Thema soziales Trauerspiel hat mich schon seit einer langen Zeit beschäftigt, weil ich bereits vor vielen Jahren beim ersten Lesen der beiden Schauspiele Dorothea Angermann und Vor Sonnenuntergang den Eindruck gewann, dass diese Dramen sich fundamental von ihren Vorgängern unterschieden. Zu dieser Zeit konnte ich nur gefühlsmäßig von einer Entwicklung des dramatischen Stils Gerhart Hauptmanns sprechen, noch ohne die notwendige Sachkenntnis und das theoretische Rüstzeug zu besitzen, um in einer begründeten Analyse, unterstützt von Studien im Archiv, meine Überlegungen darzulegen. Heute, nach vielen Jahren der Hauptmann-Forschung, hat sich dies geändert. Ich bin sehr dankbar, dass ich die Chance erhalten habe, die Besonderheiten des hauptmannschen Dramenstils in diesen Dramen, die weitgehend zur Zeit der ersten deutschen Demokratie entstanden, darzustellen.

Danken möchte ich den Mitarbeitern im Handschriftenlesesaal der preußischen Staatsbibliothek in Berlin, die mir dabei halfen, lange nicht geöffnete Bücher und Handschriften aus Gerhart Hauptmanns Bibliothek und Besitz zu finden und nachzuschlagen. Dadurch konnte ich meine Thesen mit begründeten Analysen absichern, die sich nicht zuletzt aus Gerhart Hauptmanns beeindruckender Bibliothek speisten, in der sich schließlich über 9.000 Werke befinden, ein zum Teil noch immer ungehobener Schatz.

Dank gilt auch Frau Linde Beilfuß für das mehrfache rigorose Korrekturlesen meines Manuskripts. Ohne ihre begründeten Fragen und Vorschläge hätte mein Buch nicht die notwendigen Überarbeitungen erfahren. Darüber hinaus möchte ich Herrn Alexander Martin Pfleger danken, dessen Nachfragen, Hinweise...

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