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Carl Wilhelm Frölich’s «On Man and his Circumstances»

A Translation of «Über den Menschen und seine Verhältnisse»

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Edward T. Larkin

This book includes both the original German version and, for the first time, an English translation of Carl Wilhelm Frölich’s important essay of 1792, which Georg Foster praised as «one of the rarest creations of our time, the work of a young, right-thinking and sensitive man.» Published anonymously, Frölich’s treatise consists of ten Platonic-like dialogues between Erast and Philemon, the central interlocutor, and four interspersed reflections. In response to Erast’s opening question – «What! I should not educate my children for the state? Does a teacher have a higher, nobler purpose?» – Frölich/Philemon addresses the major concerns of the late eighteenth century from the vantage point of materialist ethics: the path toward happiness, natural and conventional feelings, truth and propriety, human freedom, active and passive education, nature and morality, virtue and justice, legislation and social behavior, reason and religion, and the requirements of a good teacher. Underlying all of these concerns is Frölich’s belief that social circumstances significantly determine individual happiness. If humanity is to become happier, these circumstances must be changed via pupil-oriented education and opposition to private property with its dehumanizing profit system. Frölich represents a unique voice in the conversation on human perfectibility in eighteenth-century German intellectual history.

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Betrachtung zwei

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Wenn wir unter den Stunden und Augenblicken, welche dem Menschen in diesem Leben zu zählen vergönnt sind, einige antreffen, wo unsere Kräfte zu keinem Zwecke sich thätig bewiesen haben, so pflegen wir von diesen zu sagen, daß sie leer sind. Aber diese leeren sowohl, als die vollen Augenblicke, treffen darin zusammen, daß sie für das Subject, dem sie zukommen, und durch dieses für die Welt von gleich wichtigen Folgen können. Jeder Eindruck, jede Empfindung, jeder Gedanke lässet sein Denkmahl in uns zurück, bestimmt und verändert unser Ich. Die Zeit, – in ihr liegt alles Denkbare – legt den Meißel nie aus der Hand, wodurch sie uns nach ihrem Eigensinn modelt, und uns sich gemäß zu erhalten sucht. Dem reifern Alter, als dem Resultat ihrer Macht, das seiner Natur nach dem Strome der Zeit sich widersetzen muß, um in diesem Kampfe zwischen Aenderung und Selbständigkeit den Grund seiner Auflösung zu finden, ist es vergönnt; über ihre Behandlung zu urtheilen, und, obgleich nur unvollkommen, zu bestimmen, was es ihr schuldig ist.

Es muß ihn verdrießen, daß er im Guten und Bösen, ein Abdruck der Zeit, bey genauerer Abrechnung mit derselben, außer der Substanz seines Ichs, wenig oder nichts an sich trägt, was ihm zugehört: und daß selbst die Praedicate seiner Denkkraft von ihr abgezogen sind. Soll er diese moralische Form, die ein Zufall ihm gab, als Eigenthum betrachten, oder sinds Darlehne,...

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