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Feuchtwanger und die Erinnerungskultur in Frankreich / Feuchtwanger et la culture mémorielle en France

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Edited By Daniel Azuélos, Andrea Chartier-Bunzel and Frédéric Teinturier

Der vorliegende Band vereint Forschungsbeiträge der 8. Konferenz der Internationalen Feuchtwanger-Gesellschaft, die im Herbst 2017 im Heinrich Heine Haus in Paris zum Thema «Frankreich als Gastland der deutschsprachigen, insbesondere der deutsch-jüdischen und österreichisch-jüdischen Emigration zwischen 1933 und 1940: Formen und Medien öffentlicher Erinnerungskultur» stattfand. Die Erinnerung an vergangene Epochen sowie das Bild, das im Rückblick von einer bestimmten Zeitspanne entsteht, wird von Gedenkstätten, aber auch von Texten – ob juristischer, journalistischer oder literarischer Natur – und gegebenenfalls deren Übersetzung und Archivierung geprägt. Auch politische Kampfschriften und Reden, Briefe, Tagebücher, Ausstellungen, Filme, Gemälde und Fotographien bewahren Zeitgeschehen für die Nachwelt auf.

Die Konferenz widmete sich der Frage, welche Erinnerungen an die deutschsprachige Emigration zwischen 1933 und 1940 in Frankreich noch heute präsent sind, inwieweit sie materialisiert, eventuell auch institutionalisiert wurden und welche Ereignisse der damaligen Zeit sich im kollektiven Gedächtnis nicht verankern konnten. Die Beiträge des Bandes konzentrieren sich auf die unterschiedlichen Formen und Medien einer öffentlichen Erinnerungskultur im deutsch-französischen Kontext. Der Band verbindet die wissenschaftlichen Arbeiten der Exilforschung mit den Erkenntnissen der Gedächtnis- und Erinnerungsforschung und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur interdisziplinären Vernetzung der beiden Forschungsfelder sowie zur Erweiterung der theoretischen Ansätze im Rahmen der Lion-Feuchtwanger-Forschung.

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Verzeichnis der AutorInnen / Notes sur les auteurs

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OLIVIER AGARD ist Germanistikprofessor an der Sorbonne (Sorbonne Université). Er forscht im Bereich der Ideengeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts zum deutschsprachigen Raum, und sein Interesse gilt v. a. der Filmtheorie und dem deutschen Film. Er ist Verfasser von Büchern zu Siegfried Kracauer (Siegfried Kracauer: le chiffonier mélancolique, CNRS, 2010) und Elias Canetti (Elias Canetti, Belin, 2003). Zur Zeit beschäftigt er sich als Verfasser zahlreicher Artikel und Herausgeber von Sammelbänden mit Studien zur Kulturkritik in Frankreich und Deutschland, zur Lebensphilosophie, philosophischen Anthropologie (unter besonderer Berücksichtigung Max Schelers) und politischen Philosophie (Demokratietheorien im Deutschland der Zwischenkriegszeit, Europakonzepte in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts in Deutschland und Frankreich).

ANNETTE ANTIGNAC ist die Tochter jüdischer Eltern, die nach der Machtergreifung Hitlers nach Frankreich emigrierten, wo sie sich der französischen Résistance anschlossen. Ihre Mutter, Ruth Fabian, gründete 1951 in Paris gemeinsam mit ihrem zweiten Ehemann, Fritz Picard, der in den Zwanzigerjahren für unterschiedliche Berliner Verlagshäuser gearbeitet hatte, die Buchhandlung „Calligrammes“, die sich ursprünglich aus einem Sortiment antiquarischer Bücher aus der Zeit vor dem Krieg speiste und in die Annette Antignac 1965 eintrat, um sie zu modernisieren und das Sortiment zu diversifizieren. In den ersten Jahren ihrer Existenz hatte sich die Buchhandlung „Calligrammes“ zu einem wichtigen Begegnungsort für in Frankreich gebliebene deutsch-jüdische Emigranten entwickelt, und sie blieb bis in die späten 80er Jahre ein Treffpunkt französischer Germanisten.

DANIEL AZUÉLOS wurde nach...

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