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Morgen-Glantz – 26/2016

Zeitschrift der Christian Knorr von Rosenroth-Gesellschaft

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Edited By Bernhard Jahn and Irmgard Scheitler

Der vorliegende Band 26 der Zeitschrift Morgen-Glantz enthält die überarbeitete Fassung der Vorträge, die an der 25. Tagung der Christian Knorr von Rosenroth-Gesellschaft vom 19.–21. Juni 2015 in Sulzbach-Rosenberg gehalten wurden. Thema der Tagung war: Nicht-aristotelisches Theater in der Frühen Neuzeit. Es werden außerdem weitere Beiträge und Rezensionen im Band veröffentlicht, die zum Aufgabenbereich der Gesellschaft und ihrer Zeitschrift gehören.

Die Zeitschrift Morgen-Glantz, deren Name dem bekanntesten Kirchenlied des Christian Knorr von Rosenroth entlehnt ist (Morgenglanz der Ewigkeit), versteht sich als Forum für wissenschaftliche Beiträge zu Leben und Werk des Autors sowie zu all den Gebieten, die Christian Knorr von Rosenroth mit Interesse verfolgte, also von der deutschen Literatur bis zur Judaica, von der Hofkultur zur Theologie und von der Musik bis zur Geschichte der Naturwissenschaften.

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Akten der 25. Tagung

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BERNHARD JAHN, IRMGARD SCHEITLER

Nicht-aristotelisches Theater in der Frühen Neuzeit. Eine Problemskizze

War die Poetik des Aristoteles im Mittelalter in ihrer durch Averroes vermittelten Form zwar nicht gänzlich unbekannt, jedoch ohne Wirkung auf poetologische Debatten geblieben,1 begann sich dies mit der Publikation der ersten gedruckten lateinischen Übersetzung ab 1498 in Italien langsam zu ändern.2 Zunächst schlossen sich im Verlaufe des 16. Jahrhunderts, ebenfalls vor allem im italienischen Raum, zahlreiche Kommentare wie die von Francesco Robortello (1548) oder Bernardo Segni (1549) an,3 die den wegen seiner Knappheit zum Teil schwer zu deutenden griechischen Text und die von Aristoteles darin angesprochenen Punkte zu verstehen suchten.4 Dies betraf das zentrale Konzept der Mimesis, die aristotelische Auffassung von Handlung (Mythos), das Wesen des Tragischen und die Wirkung der Tragödie (katharsis, phobos, eleos) und reichte von den drei (bei Aristoteles allerdings nur zwei) Einheiten bis hin zu ← 9 | 10 → den Details des Handlungsaufbaus, der Sprachgestaltung und der Ausstattung. Kommentare zur Poetik des Aristoteles im deutschen Sprachraum finden sich zunächst nur spärlich. Nachdem Erasmus von Rotterdam den griechischen Text der Poetik im Rahmen einer Aristoteles-Werkausgabe 1531 in Basel erstmals publiziert hatte, war es wohl Johannes Schosser mit seiner 1569 gehaltenen und 1577 im Druck erschienenen Disputatio de Tragoedia, der als erster einen umfangreicheren Poetik-Kommentar im deutschen Sprachraum vorlegte.5

Stand die in den Kommentaren greifbare Wirkmächtigkeit der aristotelischen Poetik bei der älteren Forschung6 hinsichtlich der im 16. Jahrhundert einsetzenden frühneuzeitlichen Dramendiskussion...

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