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Morgen-Glantz – 26/2016

Zeitschrift der Christian Knorr von Rosenroth-Gesellschaft

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Edited By Bernhard Jahn and Irmgard Scheitler

Der vorliegende Band 26 der Zeitschrift Morgen-Glantz enthält die überarbeitete Fassung der Vorträge, die an der 25. Tagung der Christian Knorr von Rosenroth-Gesellschaft vom 19.–21. Juni 2015 in Sulzbach-Rosenberg gehalten wurden. Thema der Tagung war: Nicht-aristotelisches Theater in der Frühen Neuzeit. Es werden außerdem weitere Beiträge und Rezensionen im Band veröffentlicht, die zum Aufgabenbereich der Gesellschaft und ihrer Zeitschrift gehören.

Die Zeitschrift Morgen-Glantz, deren Name dem bekanntesten Kirchenlied des Christian Knorr von Rosenroth entlehnt ist (Morgenglanz der Ewigkeit), versteht sich als Forum für wissenschaftliche Beiträge zu Leben und Werk des Autors sowie zu all den Gebieten, die Christian Knorr von Rosenroth mit Interesse verfolgte, also von der deutschen Literatur bis zur Judaica, von der Hofkultur zur Theologie und von der Musik bis zur Geschichte der Naturwissenschaften.

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Aristoteles’ langer Schatten. Zur Tragödientheorie in Jacob Masens Palaestra eloquentiae ligatae (1657)

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Die Palaestra eloquentiae ligatae des 1606 in Dalem/Jülich geborenen, 1681 in Köln gestorbenen Jesuiten Jacob Masen ist ein in mehrfacher Hinsicht bemerkenswertes Werk.1 Erstmals 1654-1657 in Köln gedruckt,2 bietet Masens „Übungsplatz gebundener Beredsamkeit“ in seinem dritten, Palaestra eloquentiae ligatae dramatica überschriebenen, 1657 erstmals erschienenen und 575 Seiten starken Band die mit Abstand ausführlichste Darstellung jesuitischer Dramentheorie. Dies liegt allerdings ← 121 | 122 → zu einem guten Teil daran, dass Masen seine Ausführungen, die er für die Schul- und Unterrichtspraxis schreibt und als praktische Anleitung für dramatische Produktion verstanden wissen möchte, nicht nur innerhalb der theoretischen Ausführungen mit zahlreichen Fallbeispielen und sogar mit Prosa-Fassungen vollständiger Dramenhandlungen ausstattet, sondern in einem umfangreichen Anhang je ein Beispiel der verschiedenen von ihm definierten Dramengattungen aus eigener Produktion anfügt und das Werk mit einem Index selectorum ex Plauto, einer Sammlung besonders geeigneter Sentenzen und Wendungen aus den plautinischen Komödien, beschließt. Es handelt sich um eine Darstellung, die nach Masens eigener Aussage aus seiner achtjährigen Unterrichtspraxis hervorgegangen ist3 und zwar durchaus einen gewissen Anspruch auf Eigenständigkeit erhebt,4 sich aber dennoch nicht als die Einzelmeinung eines Theoretikers gibt, sondern als ein sanktioniertes Regelwerk daherkommt – ein Regelwerk, das tatsächlich eine gewisse Verbreitung fand, wie die (erweiterte) Neuauflage erkennen lässt, die der Palaestra 1661/1664 und dann noch einmal 1682/1683, ein Jahr nach Masens Tod, zuteilwurde.5

Masen gliedert den dritten Band seiner Palaestra in zwei Bücher. Das erste...

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