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Morgen-Glantz – 26/2016

Zeitschrift der Christian Knorr von Rosenroth-Gesellschaft

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Bernhard Jahn and Irmgard Scheitler

Der vorliegende Band 26 der Zeitschrift Morgen-Glantz enthält die überarbeitete Fassung der Vorträge, die an der 25. Tagung der Christian Knorr von Rosenroth-Gesellschaft vom 19.–21. Juni 2015 in Sulzbach-Rosenberg gehalten wurden. Thema der Tagung war: Nicht-aristotelisches Theater in der Frühen Neuzeit. Es werden außerdem weitere Beiträge und Rezensionen im Band veröffentlicht, die zum Aufgabenbereich der Gesellschaft und ihrer Zeitschrift gehören.

Die Zeitschrift Morgen-Glantz, deren Name dem bekanntesten Kirchenlied des Christian Knorr von Rosenroth entlehnt ist (Morgenglanz der Ewigkeit), versteht sich als Forum für wissenschaftliche Beiträge zu Leben und Werk des Autors sowie zu all den Gebieten, die Christian Knorr von Rosenroth mit Interesse verfolgte, also von der deutschen Literatur bis zur Judaica, von der Hofkultur zur Theologie und von der Musik bis zur Geschichte der Naturwissenschaften.

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Musiktheater am Neuburger Hof im 17. Jahrhundert

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Schauplatz dieses Beitrags ist die Residenzstadt Neuburg an der Donau, über Jahrzehnte der politische, gesellschaftliche und kulturelle Mittelpunkt des Fürstentums Pfalz-Neuburg. Diese sog. „Junge Pfalz“ war eine „zeitbedingte Staatsschöpfung“,1 die ihre Entstehung dem Schiedsspruch Kaiser Maximilians vom 30. Juli 1505 verdankte, wodurch ein Erbfolgestreit zwischen der altbayerischen und der pfälzischen Partei der Wittelsbacher beendet wurde. Durch Erbfall gelangten 1609/14 die niederrheinischen Herzogtümer Jülich und Berg mit Düsseldorf, das 1636 bis 1655 zur Hauptresidenz erhoben wurde, an Pfalz-Neuburg. Mit seinem Schwager (ab 1613) Maximilian I. von Bayern, dem Führer der Katholischen Liga, besaß Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm (1578–1653) einen mächtigen Verbündeten; Bedingung für die bayerische Unterstützung war die Rückkehr des Hauses Neuburg zur katholischen Lehre, und in der Folge wurde Wolfgang Wilhelm zum energischen Agenten der Gegenreformation in seinem Herrschaftsgebiet. Trotz diplomatischer Aktivitäten, die auf die Erhaltung der Neutralität gerichtet waren, hatte das Fürstentum während des Dreißigjährigen Krieges unter militärischen Drangsalen, unter Durchzügen und Besatzungen zu leiden. Pfalzgraf Philipp Wilhelm (1615–1690), der 1653 die Erbschaft antrat, erreichte mit viel diplomatischem Geschick, insbesondere auch mit einer zielgerichteten Heiratspo ← 301 | 302 → litik,2 den Wiederaufbau und die Stabilisierung des Landes und einen beträchtlichen Zugewinn an politischem Einfluss auf Reichsebene. Viele seiner Söhne gelangten in hohe Ämter der Reichskirche; die älteste Tochter war mit Kaiser Leopold vermählt, und auch in die regierenden Familien von Portugal, Spanien, Polen...

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