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Morgen-Glantz – 26/2016

Zeitschrift der Christian Knorr von Rosenroth-Gesellschaft

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Edited By Bernhard Jahn and Irmgard Scheitler

Der vorliegende Band 26 der Zeitschrift Morgen-Glantz enthält die überarbeitete Fassung der Vorträge, die an der 25. Tagung der Christian Knorr von Rosenroth-Gesellschaft vom 19.–21. Juni 2015 in Sulzbach-Rosenberg gehalten wurden. Thema der Tagung war: Nicht-aristotelisches Theater in der Frühen Neuzeit. Es werden außerdem weitere Beiträge und Rezensionen im Band veröffentlicht, die zum Aufgabenbereich der Gesellschaft und ihrer Zeitschrift gehören.

Die Zeitschrift Morgen-Glantz, deren Name dem bekanntesten Kirchenlied des Christian Knorr von Rosenroth entlehnt ist (Morgenglanz der Ewigkeit), versteht sich als Forum für wissenschaftliche Beiträge zu Leben und Werk des Autors sowie zu all den Gebieten, die Christian Knorr von Rosenroth mit Interesse verfolgte, also von der deutschen Literatur bis zur Judaica, von der Hofkultur zur Theologie und von der Musik bis zur Geschichte der Naturwissenschaften.

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Musik für die barocke Bühne

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„was würde es wol für eine schlechte Beschaffenheit mit den Traur- und Freuden Spielen haben/ wenn keine bewegliche Musik dabey wäre/ als welche derogleichen Spielen ihr rechtes Leben und Anmuhtigkeit gleichsahm ertheilet“.1

Hinter dieser rhetorischen Frage des norddeutschen Pfarrers und Dichters Johann Rist steht die Erfahrung eines Mannes, der von Jugend auf Theater gespielt und Dramen geschrieben hat. Er wusste, dass die Musik die Gefühle lenkt. Daher waren Schauspiele in der Frühen Neuzeit ohne Gesang und Instrumente kaum denkbar. Das objektive und subjektive Bedürfnis, Musik zu hören und einzusetzen, ging weit über die Empfehlungen der antiken Poetik hinaus. Conrad Celtis setzte in Ludus Diane lieber auf ein Format, das ihm eine repräsentative und in ihren Klängen ausdrucksstarke Aufführung ermöglichte, als auf ein streng aristotelisches Drama.

Die poetologischen Bemerkungen über Musik demonstrieren beispielhaft die unentwirrbare Vermengung von Präskription und Deskription, sie zeigen die Relevanz selbst kleiner Veränderungen angesichts einer Tradition von Formulierungen und führen schließlich das zunehmende Selbstbewusstsein deutscher Theoretiker und Dichter vor Augen.2

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