Show Less
Restricted access

Nachhaltiger Konsum und Lebensstile in der Schweiz

Eine soziologische Betrachtung individueller Selbstwahrnehmung des «Lifestyle of Health and Sustainability»

Series:

Evelyn Markoni

Saisonales Gemüse aus dem Bioladen, Carsharing und Ökostrom: Konsumierende, die bewusst dem Leitbild der Nachhaltigkeit Genüge leisten wollen, verfolgen mit ihren Kauf- und Lebensstilentscheidungen ökologische und soziale Prinzipien.

Die Autorin setzt sich in ihrer Dissertation intensiv mit zentralen Fragen zum nachhaltigen Konsum und zu nachhaltigen Lebensstilen in der Schweiz auseinander. Dies in den Bereichen Ernährung, Wohnen und Mobilität, da hier Konsumierende auf individueller Ebene grossen Einfluss nehmen können. Als Beispiel dienen die LOHAS, die als Einzelpersonen und als Gruppe für den Lifestyle of Health and Sustainability stehen. Deren Anspruch an einen nachhaltigen Konsum erforscht die Autorin anhand zahlreicher Interviews. Dabei geht es ihr um Vorstellungen, Verhaltensweisen und Widersprüchlichkeiten im Konsumverhalten. Diese sind oftmals auf individuelle Faktoren, strukturelle Gegebenheiten, aber auch auf geltende Konventionen zurückzuführen. Die LOHAS tragen so zu einem besseren Verständnis von einem breitenwirksamen Anspruch an einen nachhaltigen Konsum und nachhaltiger Lebensstile bei.

Show Summary Details
Restricted access

1 Konsum und Lebensstile

Extract



Wenn der Überfluss fortschreitet, das heißt, wenn immer mehr individuelle sowie kollektive Güter und Ausstattungen verfügbar sind, wiegen am Gegenpol die ‚Umweltschäden‘ immer schwerer – als Folge von industrieller Entwicklung sowie technischem Fortschritt auf der einen und der Konsumstrukturen selbst auf der anderen Seite (Baudrillard, 2015, S. 58).

Wie bereits Jean Baudrillard 1970 in der Erstausgabe von „La société de consommation“ beschrieb, hat die Konsumgesellschaft Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt (Baudrillard, 2015, S. 11). Der Konsum in der westlich-industrialisierten Welt steigt weiterhin stetig an, was eine Pluralisierung der Lebensstile und technische Neuerungen sowie Produktinnovationen zur Folge hat (Weller, 2008, S. 43f.). Zudem ist der Konsum stark geprägt von schwer zu beeinflussenden Alltagsroutinen, was das Kaufverhalten und die Produktnutzung angeht (Weller, 2008, S. 44). Einflussfaktoren sind dabei, gemäss Weller, komplex und „reichen von technologischen Innovationen, infrastrukturellen und materiellen Gegebenheiten, ökonomischen und rechtlichen Rahmenbedingungen bis hin zu Alltagsroutinen und Versorgungsstrukturen, Identitätskonzepten und Symbolisierungen sowie gesellschaftlichen und sozialen Entwicklungen“ (Weller, 2008, S. 44). Der Konsum ruft Umweltauswirkungen hervor, wobei schätzungsweise 30 bis 50 Prozent auf die Konsumhandlungen von privaten Haushalten zurückzuführen sind (Brunner, 2007, S. 6; Knaus & Renn, 1998; Joerges, 1982). Die Bereiche Ernährung, Wohnen und Mobilität sind dabei am stärksten betroffen (BAFU, 2011a.). Neben ökologischen Herausforderungen, die mit dem Konsum verbunden sind, stellen sich auch soziale Probleme: Während in der westlichen Welt im Bereich Ernährung einerseits die Fettleibigkeit (Hentschel, 2006) eine grosse...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.