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Naturally Hypernatural I: Concepts of Nature

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Edited By Suzanne Anker and Sabine Flach

Nature, a topic central to art history, is concurrently a dominant concept in contemporary art, art theory and its related disciplines such as cultural theory, philosophy, aesthetic theory and environmental studies. The project Naturally Hypernatural questions lines of tradition and predetermined categories that coexist with the topic of nature. Currently, nature in art surpasses the simple depiction of art as a material or object. To clarify and analyze the interrelations between nature and art is the aim of the project Naturally Hypernatural. Concepts of Nature – the first volume of this project – argues that contemporary art is predominantly concerned with concepts of nature regarding the depth of their implications in order to reveal and analyze their internal structure.

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Hybridformen zeitgenössischer Kunst mit Natur – in Werken von Per Kirkeby, Andreas Eriksson, Carsten Höller und Pierre Huyghe

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HANS DICKEL

Wenn man über Kunst und Natur heute nachdenkt, ist zuerst der Begriff der Landschaft auszuscheiden. Als Gattung der Malerei hatte die Landschaft seit 1800 Bedeutung gewonnen, um den Folgen der naturwissenschaftlichen Aufklärung und später der Industrialisierung entgegenzuwirken: Im gleichen Maße, wie Natur dem modernen Menschen durch deren Errungenschaften fremd wurde, sehnten er oder sie sich im Medium der Landschaft nach einer Einheit zurück. Im Bild der Landschaft wurde kompensiert, was realiter verloren war, die Gewissheit und das Gefühl, selber Teil der Natur zu sein. Der moderne Mensch ist dies nicht mehr, sehnt sich aber danach und Medium dieser Sehnsucht war und ist heute in der Kulturindustrie die Landschaft.

Dagegen hatte die zeitgenössische Kunst schon in den 1970er Jahren protestiert, indem sie die Perspektive auf Natur als Landschaft unterlief. Nun wurden Naturalien inszeniert, in Installationen und Environments, die Betrachter und Betrachterinnen sollten motiviert werden, sich inmitten eines vielteiligen Werkes zu bewegen. Solche Strategien der konvulsivischen Vereinnahmung kennzeichnen inzwischen viele Werke der zeitgenössischen Kunst. Das Konstrukt von Landschaft, das auf der romantischen Vorstellung von Natur als ‚unberührter Wildnis’ beruht, wird damit durchbrochen.

Gegenüber der damaligen Suche nach Authentizität, einem ‚Zurück zur Natur’, das sich auch im Kontext der Bewegung der ‚Grünen’ abspielte, hat sich im aktuellen Diskurs der Blickwinkel auf Natur nochmals verschoben, gilt doch infolge der Theorien zum Anthropozän und der Studien des Soziologen Bruno Latour (Politiques de...

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