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Überzeugungen zu frühkindlichen Bildungs- und Lernprozessen und die damit implizierten Aufgaben

Eine qualitative Studie in Kindertageseinrichtungen der deutschsprachigen Schweiz

Katrin Schaerer-Surbeck

Der Bedarf an frühkindlichen Betreuungseinrichtungen ist unbestritten und ihnen werden neue Funktionen zugeschrieben: Individuelles Begleiten und Unterstützen von frühkindlichen Bildungs- und Lernprozessen. Damit steht das Personal vor neuen Herausforderungen.

Wenn ein Paradigmenwechsel hin zu einem «Bildungsauftrag» angestrebt wird, lässt sich dies nicht über die Köpfe des frühpädagogischen Fachpersonals hinweg realisieren. Deren Verständnis und Überzeugungen beeinflussen zentral die Umsetzung der neuen Anforderungen.

In der vorliegenden Untersuchung wird der Frage nachgegangen, wie die Fachpersonen ihre Aufgaben in Bezug auf das Begleiten von frühkindlichen Bildungs- und Lernprozessen beschreiben. Dabei sollen, und so ist die qualitative Studie angelegt, die Protagonisten und mehr noch die Protagonistinnen selber zu Wort kommen. Ihre Überzeugungen werden in ihrer Komplexität aufgefächert und dargestellt. Die Studie leistet einen Beitrag zur aktuellen Bildungs-, Qualitäts- und Professionalisierungsdebatte im Frühbereich.

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7. Schlussfolgerungen

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7.    Schlussfolgerungen

Im Mittelpunkt der vorliegenden Untersuchung stehen Überzeugungen zu frühkindlichen Bildungs- und Lernprozessen. Damit wird ein Beitrag zum Forschungsfeld der epistemologischen Überzeugungen geleistet, die unter der Orientierungsqualität subsumiert werden und als zeitlich relativ stabile und doch nicht als statische Konstrukte betrachtet werden. Diese stellen zusammen mit der Strukturqualität Rahmenbedingungen für das pädagogische Handeln dar und nehmen Einfluss auf die Prozessqualität. Diese wird für die deutschsprachige Schweiz nur als unzureichend bis mittelmässig eingeschätzt. Zum Zeitpunkt der Erhebung (2009) hat fast ein Drittel der untersuchten Gruppen die minimalen Standards nicht erfüllt (Wustmann Seiler 2013). Die Prozessqualität ist jedoch entscheidend, ob Kinder auch tatsächlich von Betreuungs- und Bildungsangeboten profitieren können.

Die vorliegende qualitativ-empirische Untersuchung lässt grundsätzlich keine Generalisierungen zu. Sie ermöglicht jedoch Einblicke in die Überzeugungssysteme von frühpädagogischen Fachpersonen, lässt diese zu Worte kommen und fächert die Thematik in ihrer Komplexität auf. Darüber, wie sich aber diese Einstellungen und Überzeugungen auf das konkrete Handeln der pädagogischen Fachpersonen auswirken, ist insgesamt noch wenig bekannt (vgl. Mischo & Fröhlich-Gildhoff 2011). Damit lassen sich auch keine direkten Handlungsempfehlungen ableiten. Hier werden nun aus den Erkenntnissen der Untersuchung Schlussfolgerungen gezogen.

–   Der sorgfältige Umgang mit dem „Partikularismus“, der im historischen Abriss bereits bei der Gründung vom Schweizerischen Zentral-Krippenverein ersichtlich wird, zieht sich bis heute durch. Es besteht seit 2012 ein Orientierungsrahmen, der jedoch nicht verbindlich...

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