Show Less
Restricted access

Überzeugungen zu frühkindlichen Bildungs- und Lernprozessen und die damit implizierten Aufgaben

Eine qualitative Studie in Kindertageseinrichtungen der deutschsprachigen Schweiz

Katrin Schaerer-Surbeck

Der Bedarf an frühkindlichen Betreuungseinrichtungen ist unbestritten und ihnen werden neue Funktionen zugeschrieben: Individuelles Begleiten und Unterstützen von frühkindlichen Bildungs- und Lernprozessen. Damit steht das Personal vor neuen Herausforderungen.

Wenn ein Paradigmenwechsel hin zu einem «Bildungsauftrag» angestrebt wird, lässt sich dies nicht über die Köpfe des frühpädagogischen Fachpersonals hinweg realisieren. Deren Verständnis und Überzeugungen beeinflussen zentral die Umsetzung der neuen Anforderungen.

In der vorliegenden Untersuchung wird der Frage nachgegangen, wie die Fachpersonen ihre Aufgaben in Bezug auf das Begleiten von frühkindlichen Bildungs- und Lernprozessen beschreiben. Dabei sollen, und so ist die qualitative Studie angelegt, die Protagonisten und mehr noch die Protagonistinnen selber zu Wort kommen. Ihre Überzeugungen werden in ihrer Komplexität aufgefächert und dargestellt. Die Studie leistet einen Beitrag zur aktuellen Bildungs-, Qualitäts- und Professionalisierungsdebatte im Frühbereich.

Show Summary Details
Restricted access

6. Zusammenfassung zentraler Ergebnisse

Extract

6.    Zusammenfassung zentraler Ergebnisse

In der vorliegenden Untersuchung wurden Überzeugungen zu frühkindlichen Bildungs- und Lernprozessen und die damit implizierten Aufgaben qualitativ von 24 frühpädagogischen Fachpersonen, die Hälfte davon in Leitungsfunktion, erhoben. Ausgehend von den Forschungsfragen werden nun die zentralen Ergebnisse zusammengefasst und Fazits gezogen. Zu bedenken gilt allerdings, dass durch die Stichprobengenerierung ein möglicher Bias bei der Interpretation der Befunde mitgedacht werden muss. Die Kitas mussten sich für die Teilnahme am Projekt „Bildungs- und Resilienzförderung im Frühbereich“ bewerben und zeigten von sich oder der Trägerschaft aus Interesse am Thema der frühkindlichen Bildung und damit verbunden eine eher positive Einstellung dazu.

Wie stellt sich das frühpädagogische Fachpersonal zum öffentlichen, frühkindlichen Bildungsdiskurs

Beim frühkindlichen Bildungsdiskurs handelt es sich insgesamt um einen jungen Diskurs. In der Schweiz wurde er gegen Ende der 1990er Jahre und ab 2005 von einem breiteren Fachpublikum aufgegriffen. Die Mehrheit der befragten frühpädagogischen Fachpersonen begrüsst den frühkindlichen, öffentlichen Bildungsdiskurs und nahezu drei Viertel der Befragten erhoffen sich dadurch eine Aufwertung der Phase der frühen Kindheit, aber auch eine gesellschaftliche Aufwertung des Berufsstands insgesamt. Das berufliche Selbstbewusstsein der Fachpersonen scheint durch den Bildungsdiskurs eine Stärkung zu erfahren. Frühkindliche Bildung darf jedoch nicht mit schulischer Bildung gleichgesetzt werden und die Hälfte der Fachpersonen fordert vom öffentlichen, frühkindlichen Bildungsdiskurs daher dezidiert eine diesbezügliche Aufklärung. Es müsse von den Bedürfnissen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.