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Die Bedeutung der Rezeptionsliteratur für Bildung und Kultur der Frühen Neuzeit (1400–1750) IV

Beiträge zur vierten Arbeitstagung in Palermo (April 2015)

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Edited By Laura Auteri, Alfred Noe and Hans-Gert Roloff

In Fortsetzung des Arbeitsprogramms der Forschungsgruppe widmet sich dieser Band einer ungewohnten Perspektive der Rezeptionsliteratur, nämlich der Aufnahme von historischen Figuren und literarischen Werken der frühen Neuzeit in der deutschen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts. Von der Melusinenlegende bis zu den utopischen Entwürfen des 17. Jahrhunderts wird das Fortleben dieser Stoffe an zahlreichen Beispielen illustriert. Dabei stellt sich heraus, dass geeignete Figuren sehr häufig für die nationalistische Propaganda der Moderne instrumentalisiert werden.

Der Festvortrag von P. Andersen über die staufische Literatur enthält eine bemerkenswerte These zur Identität von Hartmann von Aue.

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Guido Erwin Kolbenheyer und seine Rezeption des 16. Jahrhunderts am Beispiel der Trilogie des Paracelsus (1917–26) (Laura Auteri)

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Guido Erwin Kolbenheyer und seine Rezeption des 16. Jahrhunderts am Beispiel der Trilogie des Paracelsus (1917–26)

Laura Auteri (Palermo)

Zusammenfassung: Der Beitrag fokussiert sich auf die Mystifizierung der paracelsischen Gedanken, der Figur von Paracelsus selbst sowie des religiösen Diskurses und von manchen Debatten des 16. Jahrhunderts durch Guido Erwin Kolbenheyer. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Herausbildung des „Andersartigen“, der in Kontext einer nationalistischen und fremdenfeindlichen Gesinnung zum Inbegriff einer überlegenen pangermanischen Identität aufgefasst wird.

Stichworte: Esoterik; Mystik des Volkes; deutsche Identität und Fremdenfeindlichkeit; Mystifizierung der paracelsischen Gedanken im pangermanischen Sinn; Suche nach dem Göttlichen.

1930 schrieb Guido Erwin Kolbenheyer (1878 Budapest – 1962 München) in Für den Geist, wider den Geist, dass „ein erstes Zeichen des erwachenden Selbstbewußtseins“ der Deutschen schon in der Mystik des Mittelalters zu finden sei, aber „[…] erst der Ausgang des sechzehnten Jahrhunderts bringt das volle Bewußtsein eigener Mündigkeit, das Erwachen […]“. Zusammenfassend heißt es weiter: „Das Wesentliche des Reformationszeitalters ist die Freiheitsbewegung: Der deutsche Geist löst sich vom mediterranen Denken und behauptet eigene Art und Sprache.“1

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