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Die Bedeutung der Rezeptionsliteratur für Bildung und Kultur der Frühen Neuzeit (1400–1750) IV

Beiträge zur vierten Arbeitstagung in Palermo (April 2015)

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Edited By Laura Auteri, Alfred Noe and Hans-Gert Roloff

In Fortsetzung des Arbeitsprogramms der Forschungsgruppe widmet sich dieser Band einer ungewohnten Perspektive der Rezeptionsliteratur, nämlich der Aufnahme von historischen Figuren und literarischen Werken der frühen Neuzeit in der deutschen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts. Von der Melusinenlegende bis zu den utopischen Entwürfen des 17. Jahrhunderts wird das Fortleben dieser Stoffe an zahlreichen Beispielen illustriert. Dabei stellt sich heraus, dass geeignete Figuren sehr häufig für die nationalistische Propaganda der Moderne instrumentalisiert werden.

Der Festvortrag von P. Andersen über die staufische Literatur enthält eine bemerkenswerte These zur Identität von Hartmann von Aue.

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Martin Luther als Bühnenfigur im Drama des 19. und 20. Jahrhunderts (Hans-Gert Roloff)

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Martin Luther als Bühnenfigur im Drama des 19. und 20. Jahrhunderts

Hans-Gert Roloff (Berlin)

Zusammenfassung: Der Beitrag zeigt an ausgewählten Dramentexten des 19. und 20. Jahrhunderts von Zacharias Werner, August Klingemann, Heinrich Schorch, Otto Devrient, August Strindberg, Hanns Johst und Dieter Forte, wie Martin Luther zur beliebten Bühnenfigur wurde und sich an ihm und seinem Lebensweg vor allem nationale, politische und soziale Fragen der eigenen Zeit der Autoren abhandeln ließen. Beachtenswert ist, daß dieses literarische Luther-Bild in Parallele zum zünftigen Bild des historischen Theologen und Reformators steht.

Stichworte: Martin Luther, Zacharias Werner, August Klingemann, Theodor Fontane, Heinrich Schorch, Otto Devrient, Gustav Richter, August Strindberg, Adolf Bartels, Friedrich Lienhart, Hanns Johst, Dieter Forte.

Im Rahmen unserer Fragestellung, was und warum aus der Periode der Frühen Neuzeit Personen, Stoffe, geschichtliche Vorgänge zu literarischer Neugestaltung in den letzten Jahrhunderten gereizt haben, zeigt sich im Hinblick auf den Kanon behandelter Personen eine gewisse Beschränkung, die allein zahlenmäßig hinter der Verwendung von Stoffen bzw. Gestalten der Antike und des Mittelalters deutlich zurückbleibt. Zwar ist die Zeit in historischer Hinsicht unter wissenschaftlichem Aspekt seit dem 19. Jahrhundert in vielen Gängen durchpflügt worden, aber Literaten und Poeten haben diesen mittleren Jahrhunderten nicht allzu viel abgewinnen können, was zur Konsolidierung besonderer Menschenbilder geführt hätte. Überblickt man die deutsche Literatur der letzten beiden Jahrhunderte – und nicht nur die deutsche – so begegnen neben Vorgängen wie der...

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