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Die Bedeutung der Rezeptionsliteratur für Bildung und Kultur der Frühen Neuzeit (1400–1750) IV

Beiträge zur vierten Arbeitstagung in Palermo (April 2015)

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Laura Auteri, Alfred Noe and Hans-Gert Roloff

In Fortsetzung des Arbeitsprogramms der Forschungsgruppe widmet sich dieser Band einer ungewohnten Perspektive der Rezeptionsliteratur, nämlich der Aufnahme von historischen Figuren und literarischen Werken der frühen Neuzeit in der deutschen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts. Von der Melusinenlegende bis zu den utopischen Entwürfen des 17. Jahrhunderts wird das Fortleben dieser Stoffe an zahlreichen Beispielen illustriert. Dabei stellt sich heraus, dass geeignete Figuren sehr häufig für die nationalistische Propaganda der Moderne instrumentalisiert werden.

Der Festvortrag von P. Andersen über die staufische Literatur enthält eine bemerkenswerte These zur Identität von Hartmann von Aue.

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Vorwort (Laura Auteri / Alfred Noe / Hans-Gert Roloff)

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Vorwort

Die Veranstalter der Vierten Arbeitstagung zur Bedeutung der Rezeptionsliteratur für Bildung und Kultur der Frühen Neuzeit (1400-1750), die vom 16. bis 19. April 2015 in Palermo stattfand, legen hiermit die Beiträge zu der interessanten und erfolgreichen Tagung vor. Bei dieser Gelegenheit danken wir der Universität Palermo für die organisatorische und finanzielle Unterstützung der Tagung.

Wie bereits in unseren ersten drei Arbeitstagungen (Eisenstadt 2011, Hundisburg 2013, Wissembourg 2014) ausgeführt, weist die Mittlere Deutsche Literatur zwischen 1400 und 1750 einen beträchtlichen Bestand an deutschsprachiger Rezeptionsliteratur auf, deren statistisches Verhältnis zur originalen deutschen Literatur in Frühneuhochdeutsch und Neulatein noch nicht ausreichend ermittelt ist. Sichtung, Aufarbeitung und bildungsgeschichtliche Wertung dieser Literatur gehören wohl zu den interessantesten und historisch aussagekräftigsten Aufgaben, und zwar in vieler Hinsicht:

Das Thema dieser vierten Tagung war die literarische Rezeption der Frühen Neuzeit in der neueren deutschen Literatur (19.-20. Jh.), um daran den Begriff Rezeption vom Begriff Übersetzung abzuheben. Dargestellt wurde an treffenden Beispielen in chronologischer Reihenfolge und nach Gattungen geordnet die Spannung zwischen der mittelalterlichen bzw. frühneuzeitlichen Vorlage, d.h. dem geschichtlichen Original (soweit es historisch erfasst ist), und deren Problematisierung in der späteren Zeit durch ideologisch bedingte Umsetzungen von Figuren oder Geschehnissen der Frühen Neuzeit durch Missverständnisse der historischen Beschreibung eines Phänomens in der neueren Gestaltung oder durch Neu-Funktionalisierung einer Vorstellung bzw. eines Bildes von einer Gegebenheit der Frühen Neuzeit und deren literarischhistorische...

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