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Carl Spitteler – Essays zu Leben, Werk und Wirkung

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Dominik Riedo

Carl Spitteler (1845–1924) ist der einzige in der Schweiz geborene Literaturnobelpreisträger. Dazu hat er durch seine Rede «Unser Schweizer Standpunkt» 1914 die Beibehaltung der absoluten Neutralitätspolitik der Schweiz stark mit beeinflusst. Doch das Interesse an seiner Person und seinem Werk kann sich kaum mehr auf aktuelle Veröffentlichungen stützen. Dem hilft diese Monographie ab: Sie liefert Spitteler-Einsteigern grundlegende Informationen und den Fachleuten trägt sie Daten und Fakten zusammen, die noch nie gebündelt erhältlich waren. Vor allem rund um die Nobelpreisverleihung und die Frauen im Leben und in den Texten Spittelers wurde auch neues Archivmaterial gesichtet.
Der Band bietet zu allen wichtigen Texten Spittelers Informationen: angefangen von seinem frühen Epos «Prometheus und Epimetheus» über den «Olympischen Frühling», «Gotthard» und «Imago» bis zu den spät geschriebenen Kindheitserinnerungen. Auch seine Wirkung und der Fall Jonas Fränkel werden beleuchtet. Im Anhang schliesslich findet man ein Biogramm des Dichters, Stimmen zu ihm und seinem Werk, sowie eine Bibliographie inklusive der wichtigsten Websites und Archive, in denen Material zu Spitteler lagert.

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Vorwort

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«Die Rezeption von Spittelers epischem Werk ist seit der Mitte des 20. Jahrhunderts stark rückläufig».1 Dem Historischen Lexikon der Schweiz kann man leider nur zustimmen – mit dem Zusatz, dass auch seine Gedichte heute immer weniger gelesen werden und seine Dramatik nie erfolgreich war. Und so fehlen bis anhin eine historisch-kritische Ausgabe seiner Werke (was es gab, ist die Ausgabe der «Gesammelten Werke» [= GW] von 1945–1958; darin fehlen aber wichtige Texte wie etwa «Das Wettfasten von Heimligen», Artikel aus seiner Zeit als Redaktor, die meisten dramatischen Werke oder Briefe2; dazu bringt sie nicht sämtliche Varianten und Textstufen, manchmal kürzt sie sogar mutwillig3), eine neuere ausführliche Bibliographie, ein Briefauswahlband, ein Bild- und Materialienband, der sein ganzes Leben veranschaulichte, oder eine Sammlung der wichtigsten Sekundärtexte.4 Damit fehlen die allgemein üblichen Grundlagen für eine wissenschaftliche Beschäftigung mit Spitteler. Man kann bloss auf die Biographie von Werner Stauffacher aus dem Jahr 1973 zurückgreifen (obwohl sie gegenüber Spittelers engem Freund und designierten Nachlassverwalter, Jonas Fränkel, und an anderen Stellen teilweise etwas tendenziös ist).

Immerhin kennt man Spitteler meist einer Sache wegen aber doch noch, zumindest in der Schweiz; dazu wieder das Historische Lexikon der Schweiz: «Unvergessen bleibt seine Rede vom Dezember 1914 mit ← 9 | 10 → dem Titel ‹Unser Schweizer Standpunkt›, mit der er sich zu Beginn des 1. Weltkriegs staatsmännisch zugunsten der Einheit der neutralen Schweiz einsetzte». Zusätzlich wird er immer erwähnt, wenn es um...

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