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«Ritt über’n Bodensee» – Erinnerungen einer Schauspielerin

Von Lilly Kann

Series:

Charmian Brinson and Richard Dove

Die Schauspielerin Lilly Kann machte sich einen Namen auf der deutschen Bühne als hervorragende Interpretin klassischer Hauptrollen. Dieser Band enthält ihre Erinnerungen an eine sechzig Jahre währende Bühnenkarriere. Kann debütierte als 16-Jährige am Bonner Stadttheater, wo sie zusammen mit dem später weltberühmten Emil Jannings spielte. In den 1920er Jahren war sie an verschiedenen namhaften Theatern engagiert, u.a. am Schauspielhaus Düsseldorf, wo sie als «die große Tragödin» gefeiert wurde. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten fand sich Kann von der deutschen Bühne ausgeschlossen. Besonders aufschlussreich sind ihre Aufzeichnungen zum Theater des Jüdischen Kulturbundes in Berlin, bei dem sie sechs Jahre auftrat: alle Aufführungen fanden unter den wachsamen Augen der Gestapo statt. Kurz vor Kriegsausbruch emigrierte Kann nach Großbritannien, wobei sie «nicht im Traum» daran dachte, auf der englischen Bühne aufzutreten. Trotzdem gelang es ihr, 1942 ihr englisches Bühnendebüt zu geben. In den Nachkriegsjahren spielte sie verschiedene Hauptrollen auf der englischen Bühne.

Ein wichtiger Aspekt ihrer Aufzeichnungen ist der Vergleich zwischen den deutschen und englischen Theaterverhältnissen, einschliesslich der unterschiedlichen Art des Theaterspielens. Ihr mitreißender Lebensbericht stellt einen Schlüsseltext zum Theater im Exil dar.

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Reihenübersicht

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Exil Dokumente

Die Generation, die nach 1933 ins Exil mußte, stirbt aus. Über sechzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sind zahlreiche wichtige Zeugnisse deutschsprachigen Exils noch gänzlich unbekannt: sie liegen verborgen in Archiven, befinden sich im Privatbesitz oder in seltenen Exemplaren von Exilzeitschriften in Bibliotheken. Ziel der vorliegenden Reihe ist es, ausgewählte Dokumente wissenschaftlich zu erschließen und einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Schwerpunkt liegt auf unveröffentlichten oder entlegen erschienenen literarischen Texten, Briefen und Tagebüchern, doch sollen auch Arbeiten, die sich auf neuentdecktes Dokumentationsmaterial stützen, sowie Tagungsberichte zur Exilthematik Eingang in die Reihe finden. Die Publikationssprachen sind Deutsch, Englisch und Französisch. Deborah Judith Viëtor-Engländer ist in London geboren und aufgewachsen, studierte am University College in London Germanistik und Romanistik, war danach für den BBC German Service tätig, anschließend wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität des Saarlandes und promovierte 1986 in Tübingen mit einer Arbeit über «Faust in der DDR». Seit 1992 an der Technischen Universität Darmstadt. Veröffentlichungen u. a. über Elisabeth Castonier, Rainer Werner Fassbinder, Lion Feuchtwanger, Alfred Kerr, Heinrich Mann, Adam Scharrer, Hermynia Zur Mühlen, Arnold Zweig, über KZ-Tagebücher, die Vermittlung der Shoah-Thematik in Theater und Film sowie über Kinderbücher exilierter Schriftstellerinnen und Schriftsteller.

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