Show Less
Restricted access

Naturally Hypernatural III: Hypernatural Landscapes in the Anthropocene

Series:

Edited By Sabine Flach and Gary Sherman

This third volume of Naturally Hypernatural explores contemporary concepts of landscape in the humanities and the arts in relation to the notion that our age is defined by a ‘geology of the human’ and that this reckoning constitutes a new epoch, aptly named the anthropocene.
The thesis of this volume – that there is no homogeneous concept of landscape, just as there is no uniform definition of nature or culture – was developed concurrently at a conference at the University of Graz and at a series of exhibitions centered on film, painting and photography at the Kunsthaus Graz. This thesis has been fortified by registering the simultaneity of land art, the ecological movement and the view of the earth from space.
Art since the modern period reveals how divergent ideas of landscape are intertwined with differently chanted conceptions of subjectivity, perception and space.

Show Summary Details
Restricted access

Die Leinwand ist voll. Politische Landschaft. Kunst Widerstand Salzkammergut

Extract



DIRCK MÖLLMANN

Das dunkle Wasser, tausendäugig, schlägt die Wimper von weißer Gischt auf. Um dich anzusehen, groß und lang, dreißig Tage lang.Ingeborg Bachmann1

Landschaft ist politisch – wie kann das sein? Das Ausseerland, um die Ecke im Salzkammergut am Fuße des Toten Gebirges gelegen, ist eigensinnig schön. Eine Landschaft, die unter die Haut geht. Der Ausseersee, dunkles Gewässer, dicht umschlossen von Bergen und Wäldern. Am Ende im Osten die Trisselwand, knochentrocken, steinhoch, ein Impasse vor dem Toten Gebirge. Nördlich ragt der Loser auf wie ein wilder Backenzahn, freigelegt von der Erosion, stolz und starrköpfig, ein Sinnbild für die Menschen im Tal. Im Westen begrenzt der Sandling das Ausseer Tal. Er gibt sein Inneres preis, das Salz, das dem Salzkammergut seinen Namen gab und den Menschen Arbeit verschafft. Die Wehrburg Pflindsberg auf dem Felsen davor, erbaut um 1250, ist schon lange Ruine. Die Luft ist besonders und die Stille. Auch der Schlaf, gut geschützt, an bestimmten Stellen. Ein sensibles Land ist diese Gegend, rau und schroff, manchmal abweisend. Im Winter liegt üppiger Schnee, der Sommer kennt den Regen. Die steilen Hänge und das tiefe Bergwerk sind nicht ungefährlich zu bearbeiten und kosten immer wieder Menschenleben. Das Land imprägniert die Menschen. Sie sind gewappnet, machen nicht zu viele Worte, sie behalten ihre Sprache, bleiben skeptisch nach Innen und Außen. Gleichwohl blicken alle gespannt auf das, was kommt, und flüstern...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.