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Naturally Hypernatural III: Hypernatural Landscapes in the Anthropocene

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Edited By Sabine Flach and Gary Sherman

This third volume of Naturally Hypernatural explores contemporary concepts of landscape in the humanities and the arts in relation to the notion that our age is defined by a ‘geology of the human’ and that this reckoning constitutes a new epoch, aptly named the anthropocene.
The thesis of this volume – that there is no homogeneous concept of landscape, just as there is no uniform definition of nature or culture – was developed concurrently at a conference at the University of Graz and at a series of exhibitions centered on film, painting and photography at the Kunsthaus Graz. This thesis has been fortified by registering the simultaneity of land art, the ecological movement and the view of the earth from space.
Art since the modern period reveals how divergent ideas of landscape are intertwined with differently chanted conceptions of subjectivity, perception and space.

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Landschaft in Bewegung

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1

KATRIN BUCHER TRANTOW

Von der Frühen Neuzeit bis in die Romantik begannen sich die Menschen in unseren Breiten mit der Idee von Land jenseits eines praktischen Nutzens auseinanderzusetzen. Kasimir Malewitschs Entdeckung einer Welt im suprematistischen Überflug von 1927, in der die Landschaft von oben als schier endloses Versprechen erschien, gilt als wegweisender Perspektivenwechsel von einer Landschaft des Gegenübers hin zu einer Landschaft der Inklusion: ein Perspektivenwechsel, den der Künstler in Die gegenstandslose Welt in Text und Bild illustrierte.2 Seine Manifestation eines aufgeklärten, objektiven und wegweisenden Zeitalters legte er über den Vergleich mit Landschaften der Romantik, der Impressionisten, Futuristen und Kubisten dar; mit dem Blick aus der Vogelperspektive auf eine vom Menschen gestaltete Welt war in der Tat ein neues Bildzeitalter vergleichender wissenschaftlicher und technologischer Neuentdeckungen angebrochen, in der die technischen Erfindungen zu einer rasenden Entwicklung menschlicher Erdgestaltung beigetragen haben.

Konsequenterweise können wir die Landschaft heute nicht nur aus einer einzigen Perspektive oder vom Standpunkt einer einzigen Wissenschaft betrachten, sondern müssen – dem Pflanzenökologen und Landschaftswissenschaftler Hansjörg Küster folgend – Landschaft als eine im Raum stattfindende Synthese kultureller Zusammenhänge begreifen. “Landschaft stand und steht”, so heißt es in seiner wegweisenden Publikation Die Entdeckung der Landschaft, “immer in einem sich mit der Zeit wandelnden systemischen Zusammenhang mit der Landnutzung, auf die politische, wirtschaftliche und soziokulturelle Gegebenheiten einwirken” und so zu einem konstruierten Landschaftsbild führen.3

“Warum ist Landschaft schön?”, fragte Lucius Burckhardt, der...

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