Show Less
Restricted access

Internationales Alfred-Döblin-Kolloquium Zürich 2015

Exil als Schicksalsreise. Alfred Döblin und das literarische Exil 1933–1950

Series:

Edited By Sabina Becker and Sabine Schneider

Einerseits gehörte Alfred Döblin nicht zu jener Gruppe von Autoren, die das Exil als einen ‚Weg ohne Rückkehr‘ oder gar als Chance erfuhr. Er ist andererseits aber auch nicht zu jenen Schriftstellern zu zählen, die in der Emigration völlig verstummten. Aufgrund seiner Bedeutung für die literarische Epoche des Exils ist eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Exilpositionen und -werken dieses Autors perspektivenreich. Döblins Werke werden im Kontext der Themen, Genres, Projekte, politischen Ausrichtung und kulturellen Tendenzen des gesamten Exils diskutiert, sein Wirken im Umfeld der Debatten und weiteren Aktivitäten der Exilierten verortet.
Der Band dokumentiert das 20. Internationale Alfred-Döblin-Kolloquium, das 2015 zum Thema „Exil als Schicksalsreise. Alfred Döblin und das literarische Exil 1933–1950“ in Zürich tagte.

Show Summary Details
Restricted access

Martha Ruben. Zur Biographie einer Geliebten Alfred Döblins in Saargemünd (Von Ralph Schock)

Extract

← 46 | 47 →

Martha Ruben – Zur Biographie einer Geliebten Alfred Döblins in Saargemünd

Ralph Schock

Abstract: Martha Ruben unterhielt 1915 eine Liebesbeziehung zu Alfred Döblin. Sie beging 1940 in der UdSSR Selbstmord.

Alfred Döblin, zwischen Januar 1915 und August 1917 als Militärarzt in Saargemünd stationiert, berichtete in zahlreichen Briefen an den Berliner Freund Herwarth Walden, Herausgeber der expressionistischen Zeitschrift Der Sturm, über sein Leben in der lothringischen Provinz.1 Zuweilen auch Pikantes. Seinen Brief vom 10. Mai 1915 ergänzte Döblin durch ein Postscriptum: „P.S. Eine Kollegin, die hier freiwillige Ärztin war, und sich auch für den ‚Sturm‘ interessiert, ist jetzt dauernd in Berlin; eine Bekannte meiner Frau; Adresse ‚Frl. Dr. Ruben, Assistenzärztin, Krankenhaus Friedrichshain‘.“ Es folgt die kumpelhaft-flapsige Nachbemerkung: „Vielleicht benutzt Du mal die Adresse.“2 Diese Ärztin hatte Döblin bereits in seinem ersten, ebenfalls an Walden gerichteten Saargemünder Brief vom 3. Januar 1915 erwähnt, allerdings ohne Namensnennung: „Wir sind 12 Ärzte, an der Spitze ein Chefarzt (Stabsarzt); zwei Berliner Ärztinnen sind drolliger Weise auch hier, freiwillig mit besonderem Vertrag, haben auch Stationen wie wir; also die Ärztenot.“3

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.