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Internationales Alfred-Döblin-Kolloquium Zürich 2015

Exil als Schicksalsreise. Alfred Döblin und das literarische Exil 1933–1950

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Sabina Becker and Sabine Schneider

Einerseits gehörte Alfred Döblin nicht zu jener Gruppe von Autoren, die das Exil als einen ‚Weg ohne Rückkehr‘ oder gar als Chance erfuhr. Er ist andererseits aber auch nicht zu jenen Schriftstellern zu zählen, die in der Emigration völlig verstummten. Aufgrund seiner Bedeutung für die literarische Epoche des Exils ist eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Exilpositionen und -werken dieses Autors perspektivenreich. Döblins Werke werden im Kontext der Themen, Genres, Projekte, politischen Ausrichtung und kulturellen Tendenzen des gesamten Exils diskutiert, sein Wirken im Umfeld der Debatten und weiteren Aktivitäten der Exilierten verortet.
Der Band dokumentiert das 20. Internationale Alfred-Döblin-Kolloquium, das 2015 zum Thema „Exil als Schicksalsreise. Alfred Döblin und das literarische Exil 1933–1950“ in Zürich tagte.

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„Ich liebe dich doch“ – ‚Amerika‘ in Döblins Schicksalsreise (Von Arndt Lümers)

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„Ich liebe dich doch“ – ‚Amerika‘ in Döblins Schicksalsreise

Arndt Lümers

Abstract: Als geographischer Ort bedingen die USA in der Schicksalsreise die Möglichkeit des Schreibens. Durch die Marginalisierung der Aussagen zu den USA erhebt der Text jedoch keinen Anspruch auf eine authentische Beschreibung des Exillands, sondern entwirft ein konzeptuelles ‚Amerika‘-Bild. In den Niagarafällen metaphorisch präsentiert, erscheint ‚Amerika‘ als eine von Bewegung, Masse und Präsenz geprägte Vorstellung. Sowohl semantisch wie formal entwickelt der Text als Gegenmodell zum ‚alten Europa‘ eine ‚amerikanisch‘ markierte Logik der Präsenz und Dynamik, die sich durch Ambivalenz und unfeste Bedeutungen auszeichnet. Ein solches Formprinzip ‚Amerika‘ wirkt möglicherweise auch in Die Pilgerin Aetheria und Hamlet, in denen ein zukunftsgewandtes Leben und die Möglichkeit des Erzählens an die Verweigerung eines eindeutigen Sinns geknüpft werden.

1.  Einleitung

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