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Internationales Alfred-Döblin-Kolloquium Zürich 2015

Exil als Schicksalsreise. Alfred Döblin und das literarische Exil 1933–1950

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Edited By Sabina Becker and Sabine Schneider

Einerseits gehörte Alfred Döblin nicht zu jener Gruppe von Autoren, die das Exil als einen ‚Weg ohne Rückkehr‘ oder gar als Chance erfuhr. Er ist andererseits aber auch nicht zu jenen Schriftstellern zu zählen, die in der Emigration völlig verstummten. Aufgrund seiner Bedeutung für die literarische Epoche des Exils ist eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Exilpositionen und -werken dieses Autors perspektivenreich. Döblins Werke werden im Kontext der Themen, Genres, Projekte, politischen Ausrichtung und kulturellen Tendenzen des gesamten Exils diskutiert, sein Wirken im Umfeld der Debatten und weiteren Aktivitäten der Exilierten verortet.
Der Band dokumentiert das 20. Internationale Alfred-Döblin-Kolloquium, das 2015 zum Thema „Exil als Schicksalsreise. Alfred Döblin und das literarische Exil 1933–1950“ in Zürich tagte.

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Kulturelle Profilierung und Zivilisationskritik Zu den intertextuellen Resonanzen in Döblins Exil-Roman Amazonas (Von David Midgley)

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Kulturelle Profilierung und Zivilisationskritik Zu den intertextuellen Resonanzen in Döblins Exil-Roman Amazonas

David Midgley

Abstract: Neuere Forschungen zu Amazonas haben viel dazu beigetragen, die breite Thematik des Werks zu beleuchten, besonders im Hinblick auf die Darstellung der südamerikanischen Indianer, auf die theoretischen Modelle, zu denen Döblins kritische Perspektiven auf die europäische Moderne in Beziehung zu bringen wären, sowie auf die wechselseitige Bespiegelung der kulturellen Entwicklung in Europa und in Südamerika im Laufe der Handlung. Solche Befunde will dieser Beitrag dadurch ergänzen, dass er nach den Funktionen fragt, die bei der narrativen Entwicklung der Thematik in diesem Werk den verschiedenen Arten von intertextuellem Bezug zukommen. Zu diesen zählen direkte Anspielungen auf Sophokles’ Ödipus in Kolonos und Goethes Faust sowie die Aufarbeitung von südamerikanischen Legenden. Insbesondere das komplexe Verhältnis, in dem die Darstellung der Einzelschicksale im dritten Teil der Trilogie zu Kierkegaards Überlegungen zu Don Juan und Faust steht, wird hier näher untersucht.

In der Zeit, als er sich mit seiner Familie in Paris niedergelassen hatte und französischer Staatsbürger wurde, hat Döblin den Roman verfasst, der uns gemeinhin unter dem Titel Amazonas bekannt ist. Das Werk ist erstmals in zwei Bänden – 1937 und 1938 – beim Querido-Verlag in Amsterdam unter dem Gesamttitel Das Land ohne Tod erschienen. Den von Walter Muschg in seiner Ausgabe von 1963 eingeführten Titel Amazonas hat Werner Stauffacher im Nachwort zu seiner Neuedition...

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