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Brücken schlagen zwischen Sprachwissenschaft und DaF-Didaktik

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Edited By Manuela Caterina Moroni and Federica Ricci Garotti

Sprachdidaktik und Sprachwissenschaft werden meist als getrennte Wissenschaftsbereiche betrachtet. Die rein theoretische, lediglich abstrakte linguistische Forschung wird als die «echte» Wissenschaft angesehen, während der Sprachdidaktik ein praxisorientierter Anspruch zugeschrieben wird. Die traditionelle Sichtweise übersieht bewusst die bestehenden Verbindungen zwischen Theorie und Praxis jeder Wissenschaft und vernachlässigt einerseits die theoretischen Grundlagen der Sprachdidaktik und andererseits die Anwendungsmöglichkeiten der Sprachwissenschaft. Die im Buch versammelten Beiträge stellen eine mögliche Verknüpfung beider Bereiche her. Näher betrachtet werden die Lern-Lehrkommunikation, die Textkompetenz und der Einfluss von Mehrsprachigkeit.

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Deutsch als dritte Sprache für bilinguale Lernende (Federica Ricci Garotti)

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FEDERICA RICCI GAROTTI

Deutsch als dritte Sprache für bilinguale Lernende

1.  Einleitung

Die Beschäftigung mit bilingualen Sprechern/Sprecherinnen hat in den letzten Jahren von einer negativen Einschätzung des unregelmäßigen Erwerbs zweier Sprachen zu der Feststellung der zahlreichen kognitiven, strategischen und allgemeinen Vorteile des Bilinguismus1 geführt. In Anlehnung an Lüdi wird der Bilinguismus hier als eine Art Sprache (mode of speaking) betrachtet, deren aktivierte Regeln und Normen über die einzelnen Sprachsysteme hinaus gehen und die die grammatikalische Mischung von Elementen aus unterschiedlichen Sprachen aufweisen kann (2003: 175). Die Forschung über den Bilinguismus hat sich im Laufe der Jahre durch unterschiedliche Forschungsformen, sowohl auf individueller als auch institutioneller Ebene, entwickelt. Insbesondere hat der zwischensprachliche Einfluss des Vorwissens aus zwei Sprachen auf den Erwerbsprozess einer dritten Sprache viele Studien auf der Ebene des individuellen Bilinguismus inspiriert. Gegen Ende des XX Jahrhunderts hat sich ein spezifischer Fokus auf das Lernen einer dritten Sprache und auf die mehrsprachige Kompetenz über den Bilinguismus hinaus zu dem L3-Erwerb als ein autonomer Forschungszweig etabliert (vgl. u.a. Hufeisen / Lindemann 1998 und Griessler 2001).

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