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Brücken schlagen zwischen Sprachwissenschaft und DaF-Didaktik

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Edited By Manuela Caterina Moroni and Federica Ricci Garotti

Sprachdidaktik und Sprachwissenschaft werden meist als getrennte Wissenschaftsbereiche betrachtet. Die rein theoretische, lediglich abstrakte linguistische Forschung wird als die «echte» Wissenschaft angesehen, während der Sprachdidaktik ein praxisorientierter Anspruch zugeschrieben wird. Die traditionelle Sichtweise übersieht bewusst die bestehenden Verbindungen zwischen Theorie und Praxis jeder Wissenschaft und vernachlässigt einerseits die theoretischen Grundlagen der Sprachdidaktik und andererseits die Anwendungsmöglichkeiten der Sprachwissenschaft. Die im Buch versammelten Beiträge stellen eine mögliche Verknüpfung beider Bereiche her. Näher betrachtet werden die Lern-Lehrkommunikation, die Textkompetenz und der Einfluss von Mehrsprachigkeit.

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Verwendungsweisen von doch im Gespräch: Korpusuntersuchung und Chunks für den DaF-Unterricht (Manuela Caterina Moroni)

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MANUELA CATERINA MORONI

Verwendungsweisen von doch im Gespräch: Korpusuntersuchung und Chunks für den DaF-Unterricht*

1.  Einleitung

Im Zuge der kommunikativ-pragmatischen Wende (Helbig 1988: 13–18), die in den 70er Jahren ansetzte, sind Modal- und Gesprächspartikeln (darunter vor allem Diskursmarker) zunehmend in das Interesse sprachwissenschaftlicher Forschung gerückt. Anhand einer bedeutungsminimalistischen (Posner 1979, Waltereit 2006: 9–12; Moroni 2010: 23–28), und oft auch sprachhistorisch (vgl. u.a. Hentschel 1986, Abraham 1990, Diewald 1997, Waltereit 2006) begründeten, Herangehensweise wurden dabei für zahlreiche Partikellexeme einheitliche semantische Beschreibungen herausgearbeitet, die deren Multifunktionalität gerecht werden können. Solch abstrakte Grundbedeutungen haben sich für die an Linguisten bzw. Spezialisten gerichtete Grammatikschreibung als sehr ertragreich herausgestellt. Dabei lassen sie sich aber nicht immer bzw. erst ab einem höheren Niveau der Sprachkompetenz im DaF-Unterricht nutzen. So argumentiert Thurmair (2010: 4) in einem Aufsatz zur Didaktik der Modalpartikeln überzeugend, dass sprachwissenschaftliche Erkenntnisse zu Funktion und Bedeutung der Modalpartikeln im DaF-Bereich „mindestens bis zur Mittelstufe“ kaum umsetzbar sind und dass Versuche, ihre Semantik zu „kognitivieren“, gescheitert sind. Statt der Vermittlung der in der Forschung herusgearbeiteten abstrakten Grundbedeutungen plädiert Thurmair (2010: 6) für eine Modalpartikel-Didaktik, die auf formelhaften, rekurrierenden ← 293 | 294 → Mustern bzw. Chuncks basiert. Erst in einer fortgeschrittenen Phase der Sprachdidaktik könne, so Thurmair (2010: 8), auf die abstrakte Grundbedeutung bzw. die „Kognitivierung“ eingegangen werden.

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