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Topographien der Antike in der literarischen Aufklärung

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Annika Hildebrandt, Charlotte Kurbjuhn and Steffen Martus

«Die Antike» als eine der zentralen Referenzen der deutschen Aufklärung ist keineswegs homogen, sondern zeichnet sich durch ihre Pluralität aus. Namen und eben auch Lokalitäten implizieren auf kompakte Weise ästhetische Konzepte, anthropologische Programme, ethisch-moralische Normen, Gesellschaftsmodelle, politische Orientierungen oder Ideale literarischer Kommunikation. Die antike Tradition verfügt über eine interne Topographie mit verschiedenen anspielungsreichen Orten; und sie wird von bestimmten Orten aus adressiert und vereinnahmt. In Poetiken und Vorreden, in Bildprogrammen von Titelkupfern und Vignetten oder in Entscheidungen für Gattungen, Sujets und Motive trägt der Rekurs auf die Antike dazu bei, wiedererkennbare Profile zu etablieren. Dabei interagieren literarische Projekte mit einer Vielzahl von Faktoren, die sich aus den regionalen Bedingungen herleiten.

Die Beiträge dieses Bandes analysieren die Ordnungen, die dieser Pluralität der Antike im 18. Jahrhundert zugrunde liegen. Sie fragen danach, wie die literarische Aufklärung auf das vielfältige Angebot der Überlieferung zugreift, um Positionen in den Konkurrenzen und Allianzen des literarischen Feldes zu kennzeichnen.

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Auswahlbibliographie

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ADAM, Wolfgang, Siegfried Westphal (Hrsg.), in Verb. m. Claudius Sittig, Winfried Siebers: Handbuch kultureller Zentren der Frühen Neuzeit. Städte und Residenzen im alten deutschen Sprachraum, Berlin, Boston 2012.

ADLER, Hans: Fundus Animae – der Grund der Seele. Zur Gnoseologie des Dunklen in der Aufklärung. In: DVjs 62 (1988), S. 197–220.

ALBRECHT, Wolfgang: „Zwischen gebildeten und ungebildeten Lesern keinen Unterschied erkennend“. Johann Peter Hebels literarische Volksaufklärung im Kontext seines beruflichen Wirkens. In: W. A.: Das Angenehme und das Nützliche. Fallstudien zur literarischen Spätaufklärung in Deutschland, Tübingen 1997, S. 299–336.

BAUER, Werner M.: Utopie und Exercitatio. Überlegungen zum Unterschied der Antikenrezeption in der deutschen und österreichischen Literatur des 18. Jahrhunderts. In: J. P. Strelka, J. Jungmayr (Hrsg.): Virtus et Fortuna. Zur Deutschen Literatur zwischen 1400 und 1720, Bern u. a. 1983, S. 592–620.

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