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Topographien der Antike in der literarischen Aufklärung

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Annika Hildebrandt, Charlotte Kurbjuhn and Steffen Martus

«Die Antike» als eine der zentralen Referenzen der deutschen Aufklärung ist keineswegs homogen, sondern zeichnet sich durch ihre Pluralität aus. Namen und eben auch Lokalitäten implizieren auf kompakte Weise ästhetische Konzepte, anthropologische Programme, ethisch-moralische Normen, Gesellschaftsmodelle, politische Orientierungen oder Ideale literarischer Kommunikation. Die antike Tradition verfügt über eine interne Topographie mit verschiedenen anspielungsreichen Orten; und sie wird von bestimmten Orten aus adressiert und vereinnahmt. In Poetiken und Vorreden, in Bildprogrammen von Titelkupfern und Vignetten oder in Entscheidungen für Gattungen, Sujets und Motive trägt der Rekurs auf die Antike dazu bei, wiedererkennbare Profile zu etablieren. Dabei interagieren literarische Projekte mit einer Vielzahl von Faktoren, die sich aus den regionalen Bedingungen herleiten.

Die Beiträge dieses Bandes analysieren die Ordnungen, die dieser Pluralität der Antike im 18. Jahrhundert zugrunde liegen. Sie fragen danach, wie die literarische Aufklärung auf das vielfältige Angebot der Überlieferung zugreift, um Positionen in den Konkurrenzen und Allianzen des literarischen Feldes zu kennzeichnen.

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Zu den Autorinnen und Autoren

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ACHIM AURNHAMMER

Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg; Forschungsschwerpunkte: Antiken- und Mythosrezeption, Literatur im deutschen Südwesten, Frühe Neuzeit und Klassische Moderne (Stefan George und Arthur Schnitzler) sowie die deutsche Rezeption italienischer Literatur (Sammelbände zu Tasso, Petrarca, Salvator Rosa, Boccaccio); zuletzt erschienen Johann Georg Jacobi (1740–1814). Bibliographie und Briefverzeichnis (hrsg. m. C. J. A. Klein, 2012), Arthur Schnitzlers intertextuelles Erzählen (2013), Lyrische Trauernarrative. Erzählte Verlusterfahrung in autofiktionalen Gedichtzyklen (hrsg. m. Th. Fitzon, 2016).

IWAN-MICHELANGELO D’APRILE

Professor für Kulturen der Aufklärung am Institut für Germanistik der Universität Potsdam; Forschungsschwerpunkte: Deutsche Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts, Ideen- und Mediengeschichte der Aufklärung; zuletzt erschienen: Das 18. Jahrhundert. Zeitalter der Aufklärung (mit W. Siebers, 2008), Berlins 19. Jahrhundert. Ein Metropolen-Kompendium (hrsg. m. R. Berbig, H. Peitsch, E. Schütz, 2011), Die Erfindung der Zeitgeschichte. Geschichtsschreibung und Journalismus zwischen Aufklärung und Vormärz (2013, als Tb. 2016).

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